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Dienstag, 30. März 2010, 19:06

[Fantasy] Six Heavens

Six Heavens: Buch I


Ja, meine erste Story- die ich vor etwa 1 ½ Jahren schrieb.
Ich beschloss vor einigen Tagen mich mal wieder daran zu setzen, die ganze Story zu überarbeiten.
Einige Kapitel sind überarbeitet im Gegensatz zu der alten Version, da mein Schreibstil damals noch nicht so ausgereift war =)
Ich bemühe mich die Überarbeitungen recht schnell fertig zu kriegen, kann aber nichts versprechen.
Ich denke aber 1~2 Kapitel pro Woche sollten drin sein :>

Ich hoffe das die Story doch den ein oder anderen von euch gefällt, das ich einige Leser bekomme die gute Kritik abgeben damit ich mich verbessern kann, bzw. an meinem Schreibstil feilen kann und vor allem das es euch Spaß macht sie zu lesen, letzten Endes ist das ja mehr oder weniger der Sinn von Büchern, Fanfic o.ä.


Was soll man da noch sagen... Enjoy, Hf, whatever =)

Keine

Götter:
Hroen = Oberster Gott (Erschaffer allen Daseins) Im Stammbau der Götter der Gottvater, Vorfahre von allem existierenden.
Glutur = Gott des Feuers und der Sonne, wird in Legenden als 'rechte Hand' Hroens dargestellt.
Surnh = Gott der Spiritualität, welcher von Schamanen angebetet wird, und für Hellsehen und anderes verwendet wird.
Belldor = Gott des Krieges, den man vor einer Schlacht um Erfolg bittet.
Pernicôsh = Gott des Verderbens, des Todes und der Dunkelheit. Ist Sinnbild von allem bösen auf der Welt.
Oceané = Weibliche Göttin der Meere und der Liebe
Yusturh/ Jánuus = Gott der Gerechtigkeit. Wird meist Yusturh genannt, jedoch in einigen Überlieferungen auch Jánuus genannt.
Iuvanôrh = Gott der Jugend, Kindheit und Unschuldigkeit.
Tempus = Gott der Zeit
Custoerh = Bewacher der Himmelsreiche, wird nicht als Gott verehrt, befindet sich aber im Stammbaum von Hroen.
Luîuxorh = Gott des Lichtes, Bruder von Pernicôsh. Die beiden Brüder waren gleich, aber als Yusturh entschied das Luîuxorh ein Gott werden sollte wurde Pernicôsh neidisch und wurde böse.
Valthbruì = Gott der körperlichen und geistigen Stärke
Tee'is = Göttin der Schönheit und der ehelichen Treue


Ruin
Rasse: Mensch (Halbgott)
Aussehen: Folgt
Kampfstil: ???
Stärken/ Schwächen: Ruin ist eitel und lässt sich leicht manipulieren, er hat gibt sich nicht mit Menschen ab, was gegebenenfalls auch mal zur Kampfverweigerung führt. Durch den Pakt den er damals mit Hroen schloss verlor er sein Leben, ist daher auf normalem Wege unsterblich, das macht ihn besonders gefährlich.

Aux
Rasse: Mensch
Aussehen: Folgt
Kampfstil: ???
Stärken/ Schwächen:
Genaueres: ???

Neo
Rasse: Mensch
Aussehen: Neo ist wie ein Schatten, schwarze Kleidung, schwarze Haare, und völlig leere, ausdruckslose schwarze Augen. Über die Augen zieht sich der Schatten der Kapuze die er über sein Haupt trägt. Das einzige was an ihm nicht schwarz war, ist wohl der Verband, der seine komplette linke Körperhälfte bedeckt.
Kampfstil: ???
Stärken/ Schwächen: ???
Genaueres: ???


Ryo
Rasse: Mensch
Aussehen: Ryo ist ein dürrer und doch kraftvoller junger Mann im Alter von etwa 18 Jahren. Seine weißen Haare ragen knapp über die Augenbrauen hinweg. Sein rechtes Auge ist von einer Augenklappe verdeckt und bei seinem hinterhältigen Lächeln erscheinen seine spitzen, fast schon Vampir ähnlichen Reißzähne eines Raubtieres. Er trägt meist einen Umhang, in den Innentaschen seiner Jacke stecken jeweils auf einer Seite eine schallgedämpfte Pistole und zwei Wurfmesser. In seinem Gürtel dazu zwei Säbel, sowie ein Katana.
Kampfstil: Kämpft im Fernkampf mit seinen Schusswaffen, im Nahkampf spezialisiert auf Kampf mit seinen Schwertern.
Stärken/ Schwächen: ???
Genaueres: ???


Kyon
Rasse: Dämon
Aussehen: Lange weiße Haare, sowie zwei Teufelshörner die (falls sie abbrechen) nachwachsen. Hellblaue Augen.
Kampfstil: Kraft und dunkle Magie
Stärken/ Schwächen: ???
Genaueres: ???


Mia
Rasse: Mensch
Aussehen: Sie trägt immer und überall einige Sprengsätze bei sich, zudem einige Klebegranaten. Ihre schulterlangen, roten Haare hatten die gleiche Farbe wie ihre Augen.
Kampfstil: Schaltet Gegner mit Explosionen aus.
Stärken/ Schwächen: ???
Genaueres: ???


Silver
Rasse: Mensch
Aussehen: Mia trägt einen Beutel, sowie einen Stab bei sich. Ihre langen schwarzen Haare verbarg sie unter der Kapuze ihres alten Umhangs, welcher leicht schäbig wirkte.
Kampfstil: Heilerin
Stärken/ Schwächen: ???
Genaueres: ???


Vehis
Rasse: Mensch
Aussehen: ???
Kampfstil: Lässt ihren Dschinn Merkur für sich kämpfen.
Stärken/ Schwächen: ???
Genaueres: ???


Erus
Rasse: Mensch
Aussehen: ???
Kampfstil: Besitzt Säbel, mit dem er ausgezeichnet gut umgehen kann.
Stärken/Schwächen: ???
Genaueres: ???


Die Welt- seit nunmehr 6 Jahren ohne Licht. Dabei waren die Menschen selbst Schuld an der Sache. Sie hielten die Erde für unantastbar, es war ein Planet- was sollte da schon passieren?
Doch niemand rechnete mit der immer näher kommenden Bedrohung, die sich Schritt für Schritt bei jedem vergossenem Tropfen Blut heran schlich.
Es waren zu viele Morde geschehen, zu große Freiheiten nahmen sich einige Menschen, feierten Überschwänglich und spielten sich selbst wie ein übermächtiger Herrscher auf.
Sie spielten Gott, in dem sie Menschenleben nach Belieben auslöschten oder sich Besitz von anderen aneigneten.
So urteilten die Götter.
Verbannung jeglichen Lichtes von der Erde, was folgte war Dunkelheit.
Doch eine Gruppe von mutigen Frauen und Männern will es nicht dabei belassen und reist nacheinander in die sogenannten Sechs Himmelsreiche, in denen jeweils einer der Götter Residenz bezieht.
Ihr Ziel ist es die Götter dazu zu bringen sich mit ihnen zu verbünden, und sie dann auszunutzen um
Licht zurück in die Welt zu bringen, wer sich weigert- muss Buße tun.
Doch was auf den Tod eines Gottes folgt, ist ein Krieg zwischen Gott- und Menschheit.

Folgt


Bisher erschienene Kapitel (Mit dem BB verlinkt)
Prolog
Kapitel 1 || Vergossen zur unvergebbaren Sünde
Kapitel 2 || Rettungstrupp
Kapitel 3 || Unter der Erde (Teil 1)
Kapitel 4 || Unter der Erde (Teil 2)

.Six Heavens.
Genre: Fantasy
Altersempfehlung: 12+
Genaueres:
Six Heavens ist meine erste selbstverfasste Fanfic, entstanden durch eine spontane Laune, hauptsächlich aber basierend auf Ideen die mir während der Sommerferien – Winterferien 2008 kamen. Ich sammelte Informationen im Internet zusammen, lies mich durch X-Ray Dog, und sonstige inspirieren und vervollständigte letztendlich Buch I der Triologie (Buch II in Arbeit). Die Story spielt in einer fiktiven Magie/Fantasy-Welt, sowie in einem fiktiven Zeitalter.
»Let's Do This!«

- Ghost : Modern Warfare 2 -

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2

Dienstag, 30. März 2010, 19:07

AN/ Der Prolog ist etwas dürftig, ich weiß- die kapitel sind im Durchschnitt aber um einiges länger =)


Prolog

Sie traute ihren Augen nicht, als diese auf den Schatten fielen der mit den Sekunden länger und größer wurde. Es waren eindeutig die Umrisse eines ihr sehr wohl bekannten Objektes, ihrem Dschinn, in diesem Falle eher Haustier. Es war Merkur, eine Art Leibwache von Vehis. Dschinns waren vergleichbar mit Monstern, sie kämpften, beherrschten Magie und konnten wenn es sein muss auch töten. Als im jungen Alter Vehis Eltern ermordet wurden, fand Merkur das kleine Mädchen weinend auf, wich ihr seit dem nicht mehr von der Seite.
Er beschützte sie wie es nur ging, zog sie auf und war wie ein Elternteil für das Mädchen, doch vor ziemlich genau 7 Jahren- damals war Vehis 10- verschwand er spurlos. Vehis schloss die Augen, öffnete sie danach wieder. Der Schatten war noch immer da. Sie sprang auf, und rannte ihrem alten Freund entgegen.

Erus hing schon immer an seinem Säbel, das er nun verschwunden war bedeutete für ihn das Ende der Welt. Verzweifelt versuchte er Hinweise aufzuspüren- ohne Erfolg. Sein jüngerer Bruder Kehan hatte große Mühe Erus davon zu überzeugen sein Dolch sei ein für alle mal weg, doch er wollte es nicht einsehen. Nun, 3 Jahre später hat er die Suche aufgegeben, vergessen hat er die Geschichte von damals aber noch lange nicht. Als er heute aufwachte erhielt er eine anonyme Nachricht- ''Encii èm Acûz frhot'' was auf Hreîl, einer äußersten alten Sprache, wörtlich übersetzt so viel bedeutet wie ''Die Klinge sucht dich.'' Erus wusste sofort was die Nachricht zu bedeuten hatte- aber zuerst einmal musste er herausfinden von dem der mysteriöse Brief überhaupt kam.

Aux schlug die Augen auf. Seine grauen Pupillen wanderten von Links nach Rechts- und wieder zurück. Er hielt sich die Hand vor Augen um seine Sehkraft zu überprüfen. Das Ergebnis waren leichte Umrisse die sich schwer erkennbar von der Dunkelheit abhoben. Erst als er sich sicher war allein zu sein versuchte er sich aufzurichten. Die Schmerzen in der linken Schulter wollten ihn nach unten ziehen, doch unter Aufwand sämtlicher Kräfte richtete er sich auf und taumelte nach vorne, tastete die Umgebung nach etwas greifbaren ab. Es schien als wäre er in einem absolut leeren, endlos zu sein scheinenden, schwarzen Raum- aus dem es kein Entrinnen gab.
Nach wenigen Sekunden auf den wackeligen Beinen war der Ausflug jedoch wieder vorbei, und von jeglichem Bewusstsein verlassen fiel er der Länge nach hin.

Ruin schloss die Augen. Er stellte sich vor, alle Wünsche der Menschheit würden in Erfüllung gehen- doch in diesem Moment, wünschten sich einige das falsche.
»Let's Do This!«

- Ghost : Modern Warfare 2 -

ehemals ReMo

3

Freitag, 30. April 2010, 07:36

.Six Heavens. || Kapitel 1 || Vergossen zur unvergebbaren Sünde

Ruin richtete sich auf und betrachtete das weite Land, welches sich in hellen Tönen bis zum Horizont erstreckte. Die leuchtenden Blumen, das saftige Grün, die rot leuchtende Abendsonne, es passte alles zur perfekten Idylle, eine solche wie er liebte. Ruin war ein ruhiger Typ, er machte sich nicht viel aus den Problemen anderer, viel mehr war er vom Typ Einzelgänger. Er genoss das Leben, lebte wie es ihm gefiel. Im Grunde hatte er also nichts zu bemängeln, doch es reichte ihm nicht. Mit der Zeit der Einsamkeit wird man zerfressen, er wollte etwas haben was niemand anderes hat- eine göttliche Macht. Er zog gen 6.Himmelsreich zu Hroen, einem Göttervater, Erschaffer allen Daseins und mächtigster Gott von allen- er gab ihm im Gegenzug für Ruin´s Leben die Macht die er immer wollte. So wurde er zum Halbgott der er Heute ist, unbeachtet von den einen, gefürchtet von den anderen, kurz gesagt: Er stellte sich als Gott da, aber war nun einmal keiner. Den jungen Mann interessierte das alles herzlich wenig, alles was ihm wichtig war, war die Fähigkeit über das Leben anderer Menschen zu verfügen und sich nach Belieben auszulöschen. Der Preis den er damals zahlte war hoch, es war sein Leben. Soll heißen er konnte nicht mehr sterben- er war tot. Anfangs klang das noch toll für ihn, er konnte nicht verstehen worin da der Nachteil für ihn besteht, doch das folgte später. Das Leben als Toter ist anders- du bist durstig, hungrig, ohne Gefühle verloren in der dunklen Welt des Alleinseins. Ruin verkehrte selten in der Menschenwelt, er mochte die Sitten hier nicht besonders, zu wenig respektierte man hier die Götter, für die Menschen waren sie nichts weiter als Figuren die man um etwas bittet, unwichtige Nebenfiguren ohne die das Leben um einiges einfacher wäre, auch wenn es niemand wagen würde es so auszudrücken, ziemlich genau das waren die Gedanken der Menschen. Ruin schossen einige Gedanken durch den Kopf, er stellte sich vor wie es wäre wenn es mehr Menschen wie ihn gäbe, Menschen die diejenigen töten die unwichtig für den Rest sind. Es wäre eine bessere Welt, frei von all den unwissenden und undankbaren Dummköpfen, wie es sie zu Genüge in der Menschenwelt gab. Er stellte sich vor, wie es wäre, wenn alle ihre Wünsche erfüllen könnten und alles Lästige von der Welt entfernen würden, eine Welt wie es sie nie zuvor gegeben hat, all diejenigen ausradiert die man nicht leiden konnte. Er schloss die Augen, und wünschte sich eine Welt wie er sie wollte.

Sekunden später- Auf der ganzen Welt.
In einem Atemzug gehen über 2 Milliarden Menschenleben verloren. Bei lebendigem Leibe vor den Augen anderer zerfetzt. Der Boden der Welt ist mit Blut übergossen, der Teppich von Leichen zieht sich von Nord nach Süd, von West nach Ost. Zu viele waren es, die in diesem Moment über das Leben eines anderen Menschen verfügt haben, zu viele sind durch Ruin gestorben, doch ihn interessierte das alles nicht. Er war vielmehr stolz darauf eine bessere Welt geschaffen zu haben.
Millionen von Kindern trauern um ihre Eltern, und keiner ist sich bewusst was er Sekunden zuvor womöglich angerichtet hat. Die Welt: Nun voll mit Massen- gar Völkermördern, leer von allen Nutzlosen, wie es Ruin ausdrücken würde. Doch zu Ruins enttäuschen erfüllten sich auch andere Wünsche, Wünsche von Leuten die nicht wie er dachten, Leute die sich nach etwas schönem sehnten, wie zum Beispiel der Wiederkehr eines lang verschwundenen und doch nie vergessenem Objekt. Doch was die Übermacht hatte war der Wunsch nach dem Tot eines anderen Menschen, zu viel Streit gab es in diesem Moment. Einige Tage später erst erkannte Ruin wirklich was geschehen war, er hatte als Halbgott mehr Macht als er sich vorstellen kannte, allein durch den Gedanken eines erfüllten Wunsches konnte er ein absolutes Chaos ausrichten. Der Halbgott schaute in den Himmel hinauf, jetzt wo er wusste wie mächtig man werden konnte wollte er mehr. Ruins Augen funkelten im Schein der Sonne, sie leuchteten in einem hellroten Ton, es war Böses was seine Augen ausstrahlten. In interessierte alles Gute nur noch herzlich wenig, was er gerade eingeleitet hatte wollte er weiterführen, die Reinigung der Welt von allem was ihn nicht gefiel, doch den Göttern selbst gefiel Ruin selbst noch viel weniger. Es war die Welt die Hroen für die Menschen damals erschaffen hatte, er machte einen dieser Menschen zum Halbgott, doch dieser nutzte seine Fähigkeiten für das Böse, durch Ruins Wunsch wurden noch viel mehr zu einem Halbgott, das Chaos kannte kaum noch Grenzen, und Menschen wurden nach belieben abgeschlachtet. Innerhalb von 4 Tagen sank die Bevölkerung der Menschheit um mehr als zwei Drittel. Im Durchschnitt wurden etwa 40 Menschen alle 3 Sekunden getötet- von einem Halbgott. Die Menschheit unterschätzte die Macht die Ruin ihnen unfreiwillig gab.

Vehis und Merkur saßen auf der weißen Treppe, die zum Tempel führte der zu Ehren Hroens errichtet wurde. „Meinst du das alles ist der Wille der Götter...?“ hauchte Vehis und stütze ihren Kopf auf die Knie. Ihr Dschinn konnte nicht sprechen, er konnte vermutlich noch nicht einmal Gefühle empfinden, doch momentan, zwischen all den Sterben war er nunmal das einzigste was sie hatte. Der Dschinn schaute nach oben, er konnte Vehis durchaus verstehen, aber nicht antworten. Die beiden dachten an die alten Welt zurück, glücklich waren alle Menschen, aber was nun war, war anders. Es war eine Welt regiert von Menschen die plötzlich die Macht bekommen hatten andere nach Belieben zu töten. Es passierte nach dem Tag als plötzlich alles zusammenfiel, Menschen ohne Warnung wie von Geisterhand zermetzelt wurden. Selbst die heiligen Stufen aus Marmor die zum Tempel herauf führten waren von Blut übergossen. Wie sollte das weitergehen? Soll die ganze Welt am Ende nur noch aus Tyrannen bestehen die Sekunde für Sekunde mehr Leben auslöschen? Warum geschah das alles? Vehis fand keine Antwort, ausdruckslos blickte sie auf den wie leer gefegten Marktplatz vor sich. Sonst kamen hier Hunderte Menschen zusammen, handelten, unterhielten sich, doch nun war alles was sich hier sammelte das Blut von Unschuldigen.

Erus lies seinen Säbel durch die Luft gleiten, vor kurzem, an dem Tag an dem so viele Menschen starben lag er einfach vor der Tür, wenige Meter weiter ein zerrissener Menschenkörper. Es war viel geschehen, seit dem. Erus verlor seinen jüngeren Bruder, einfach so. Mitten in einer Mahlzeit explodierte er scheinbar, alles was übrig geblieben war, waren die keinen Fetzen, die die ganze Wand hinter ihm bestückten. Er war allein, völlig allein. Alles was ihn nachdem Unheil noch geblieben war: Sein Säbel. Aber warum geschahen all diese Ereignisse? Er konnte sich keinen Reim auf die Sache machen, es waren zu viele Geschehnisse, sie überschlugen sich förmlich und jede Sekunden aufs neue musstest du nur aus dem Fenster blicken und du sahst Menschen sterben. Wer war dafür verantwortlich? Waren es die Götter- welche wütend auf die Menschen waren? Niemand war sicher, jeder konnte ohne Grund, ohne Vorwarnung sterben. So viel war sicher- aber er musste der Sache auf den Grund gehen.

Hroen hatte genug. Es reichte ihm. Er wollte sich das alles keinen Moment länger mehr mit ansehen. Er musste handeln, der Menschheit sagen wo es langgeht, vor allem den Halbgöttern, und mit Ruin würde er anfangen.
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Freitag, 30. April 2010, 07:37

.Six Heavens. || Kapitel 2 || Rettungstrupp

Das Wetter war seit 2 Tagen stetig das gleiche, der Sturm tobte und machte keine Anstalten jemals abzuschwächen. Aux schaute durch das kleine Fenster nach draußen: Der Himmel verdunkelte sich immer mehr, und er war vermutlich einer der wenigen die auch wussten warum. Er wusste genau aus welchem Grund das alles geschah. Das sterben der Massen, das abdunkeln des Himmels, und alles was sonst in diesem Moment da draußen vor sich ging. Er war sich sicher das es das Versagen seines Bruders war, niemand sonst könnte die Götter so verärgern das sie die Menschen solche Höllenqualen leiden müssen. Aux ging fest davon aus das Ruin wieder etwas falsch gemacht hatte, wie so oft. Doch nie zuvor meinten die Götter es im Nachhinein so ernst, nie zuvor begannen die Götter die Menschen zu töten, nur weil einer von ihnen etwas falsch gemacht hatte. Oder waren es überhaupt nicht die Götter die die Menschen töteten? War es etwas anders, und genau deswegen waren die Götter so zornig? Einige wenige Fragen konnte sich selbst Aux nicht beantworten, es ärgerte ihn das er sich kein völlig klares Bild von der Sache machen konnte. Es war nicht seine Art seinem Bruder aus der Patsche zu helfen, doch diesmal hatte er wohl keine andere Wahl. Ruin wäre Chancenlos bei einer solchen Wut, und das wusste er wohl auch selber. Und genau aus diesem Grund musste Aux aus den Mauern die ihn umgaben heraus, die Frage war nur wie. Er war unbewaffnet, völlig entkräftet, zudem gibt es scheinbar nicht einmal einen Eingang hier. Seitdem er vor einiger Zeit hier aufwachte hatte er keine Menschenseele gesehen, es stellte sich dabei die Frage wie er hier rein kam. Das erste was er in Betracht zog war ein Geheimgang, Tunnel oder etwas in der Art, doch um den Raum auf etwas dergleichen zu untersuchen fehlte es Aux an Licht.

Ruin hatte vor wenigen Stunden die Menschenwelten verlassen, und verkehrte nun in dem sogenannten letzten Himmelsreich. Hier herrschte kein Gott, alles was man hier auffand waren Halbgötter, die sich allerdings voneinander abschotteten. Das war dann auch einer der wenigen Unterschiede, im Grunde war hier alles gleich wie in einem der anderen Himmelsreiche. Prachtvolle Tempel- für jeden der Halbgötter einen, wundervolle Plätze, einfach alles was man unter dem Wörtern 'unglaublich' und 'beeindruckend' verstehen konnte. Ruin war einer der einzigen Halbgötter die sich hin und wieder in die Menschenwelt begaben, er fand das letzte Himmelsreich ein wenig zu eintönig, zu wenig Aufregendes konnte man hier erfahren, es war einfach immer das selbe- Tag für Tag. Jeder genoss das Wetter, lehnte sich zurück und wünschte sich ein Getränk. Aber genau das mochte Ruin an dem Himmelsreich nicht. Hier war jeder gleich, jeder konnte das was der andere auch konnte. Das Leben in der normalen Welt war anders, es war abwechslungsreicher, als Halbgott hatte Ruin jede Menge Spaß zu sehen wie sich die Menschen Tag für Tag abmühen ein angenehmes Leben zu führen, sie hatten keine Ahnung was sie wirklich haben können, wenn auch für einen kleinen Preis. Aux kleiner Bruder lag in einem Himmelbett, welches einen vergoldeten Rahmen besaß, vor der Sonne durch den Schatten der Säulen im Tempel geschützt. Es war ein schöner Ort zum entspannen, er konnte seine so heiß geliebte Idylle betrachten, tun was er wollte, und das alles ohne das ihn etwas störendes wie ein normal sterblicher begegnen könnte. Sein kurzfristig gefasster Plan die Menschenwelt zu einem Himmelsreich ohne Störenfriede um zu basteln erledigte sich durch die vielen Halbgötter von alleine, nicht mal dafür musste er einen Finger rühren, es reichte zu denken- wobei schon beinahe das für ihn zu anstrengend war. Der junge Mann kam bei dem Gedanken auf die Idee mal wieder in der Menschenwelt vorbei zu schauen, vielleicht waren die vielen Halbgötter ja bereits unter sich, die Welt dadurch bereinigt. Er stellte sich die Menschenwelt vor, schloss die Augen und richtete sich auf.
Dort wo Ruin sich nun befand war er noch nie zuvor. Dies war nicht die Erde, es war ein viel schönerer Ort, es war wie in einem der Himmelsreiche, nein- gar noch schöner. Er drehte sich im Kreis. Es passte alles perfekt. Alles war da wo es sein sollte, es war der schönste Ort an dem er jemals gewesen war. Alles was aus dem perfekt verarbeiteten Marmor heraus stach waren saftige Palmen, welche scheinbar aus dem nichts herausragten und eine Allee hinauf zu einem Tempel bildeten. Diesen Tempel steuerte Ruin noch leicht verwirrt, doch fasziniert an. Die Stufen welche zum prachtvollen Gebäude hinaufführten schienen einen zu tragen, Stufe für Stufe wurde der Gang leichter und anmutiger. Freudig stieg Ruin die Treppen hinauf, er wusste nicht wo er war, wollte es aber auch gar nicht wissen. Zu angetan war er von einem so wunderschönen Ort. Doch oben am Tempel angekommen, änderte sich Ruins Eindruck schlagartig.

Um ihn herum stießen riesige Dornen aus der Erde, sie umgaben Ruin, hielten ihn auf einem Platz gefangen. Die Umgebung wurde schwarz, es war kein Paradies mehr, es war ein schwarzes Nichts, welches sich immer weiter ausdehnte und den verzweifelten Ruin zurück ließ. Er wünschte sich an einen anderen Ort, wie er es sonst tat wenn er in Schwierigkeiten steckte, er wünschte sich zurück in das letzte Himmelsreich, doch alles was dieser Wunsch bewirkte waren unglaubliche Schmerzen die Ruins Körper komplett lahm legten. Aus den Dornen heraus stießen einige Ranken, welche den Körper des Halbgottes durchbohrten und sich dann um ihn legten. Er spuckte aus seinem Mund ruckartig das Blut heraus, welches sich auf seiner sonst makellosen, hellen Kleidung sammelte. Was war hier los? Er wollte sich umschauen, doch eine weitere Ranke legte sich auch um seinen Kopf, wodurch er sich weder bewegen noch etwas sehen konnte. In diesem Moment schien er absolut jegliche Kraft eines Halbgottes verloren zu haben, er spürte den unglaublichen Schmerz der ihn durchzog, und er dachte wie ein Mensch, er dachte daran, was ein Mensch jetzt denken würde: Wer will mich töten?
Doch dann: Der Griff der ranken lockerte auf einmal auf, woraufhin der überraschte Ruin in die Tiefe eines schwarzen nichts fiel. Eine Stimme schallte in seinem Kopf, verkrampft presste er die Hände an die Ohren, doch es nutzte nichts. „Wer... Ist da!?“, er schrie, er schrie in Panik- gar Todesangst, wie ein Halbgott sie nie haben konnte. „Derjenige, der töricht genug war dir die Macht zu geben die du missbrauchtest! Du musst bezahlen, bezahlen für das was du tatest! Und jedes durch dich verlorene Menschenleben zehnfach!“


„Kyon? Mia? Silver? Alle bereit?“, Ryo, ein dürrer und doch kraftvoller junger Mann im Alter von etwa 18 Jahren überprüfte die Bereitschaft seiner Begleiter. Seine weißen Haare ragten knapp über die Augenbrauen hinweg. Sein rechtes Auge war von einer Augenklappe verdeckt und bei seinem hinterhältigen Lächeln kamen seine spitzen, fast schon Vampir ähnlichen Reißzähne eines Raubtieres zum Vorschein. Er trug einen Umhang, in den Innentaschen seiner Jacke steckten jeweils auf einer Seite eine schallgedämpfte Pistole und zwei Wurfmesser. In seinem Gürtel dazu zwei Säbel, sowie ein Katana. Sein einziger männlicher Kamerad in der Truppe war eher minder bewaffnet, Kyon war ein Dämon. Früher Engel im Dienste der Götter, doch gefallen und die Kräfte der Dunkelheit erlangt. Als Dämon benötigte er kaum Waffen, er kämpfte viel mehr mit Kraft und dunkler Magie. Er besaß zwei Teufelshörner, welche- falls sie in einer ungünstigen Situation abbrechen- nachwachsen. Mia und Silver waren die beiden Weiblichen Begleiter, Silver, welche einen Beutel, sowie einen Stab bei sich trug war eine Art Kleriker der Truppe. Ihre langen schwarzen Haare verbarg sie unter der Kapuze ihres alten Umhangs, welcher leicht schäbig wirkte.
Mia war im Gegensatz zu Silver auf den Angriff spezialisiert, sie trug einige Sprengsätze bei sich, zudem Klebegranaten, sie war für Sprengungen und die härteren Brocken verantwortlich. Ihre schulterlangen, roten Haare hatten die gleiche Farbe wie ihre Augen. Aus einem unbekannten Grund hatte ihre Familie schon seit Generationen rote Augen, die Geschichte sagt das in dieser Farbe das Feuer ruht, wie es bei einer Explosion entsteht. Die Gruppe war fertig, fertig um ihr fehlendes Glied zu retten. Aux, welcher kurz vor dem großen Masaker verschwand, ist- wenn man den Hinweisen glauben schenkt- genau unter ihnen gefangen. „Fertig.“, murmelte Mia stellvertretend für die ganze Gruppe, und platzierte einen Sprengsatz auf dem Boden, „Die Decke sollte ziemlich genau hier drunter sein.“ „Geht in Position.“, befahl Ryo knapp, woraufhin Silver, Kyon und er einige Schritte zurück gingen. Silver festigte ihren Griff an dem Stab, Ryo lockerte sich ein wenig und nahm in jede Hand eine seiner Pistolen. Kyon hingegen stand einfach nur da- völlig entspannt. Mia richtete sich auf, machte einen Satz nach hinten, wartete dann kurz.
Die Explosion riss ein gewaltiges Loch in den Boden, tatsächlich war da unten ein Raum, doch dieser war leer. „Wir sind falsch.“, hauchte Kyon in die minimal kurze Stille hinein. „Verdammt. Dann war er wohl zumindest mal hier, huh?“ Ryo sprang in das Loch hinab und sah es sich genauer an. „Hier gibt’s 'ne Tür. Aux wäre hier auch allein raus gekommen.“ „Heißt er könnte im Grunde in jeder anderen Ecke der Welt sein?“, seufzte Mia leicht genervt. „Ist er nicht.“

Da ich zu wenig Zeichen zu Verfügung habe heißt es hier Cut, Teil 2 im nächsten Post :/
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ehemals ReMo

5

Freitag, 30. April 2010, 07:37

Teil 2-

Die Truppe sah verwirrt in die Richtung aus der sie gerade die Worte gehört hatten, die sie eher nicht erwartet hätten. Das verlassene, alte und abriss reife Haus, welches sich vor ihnen auf türmte hatte ein noch halbwegs intaktes Dach, auf dem eine geheimnisvolle Person saß. Diese sprang vom Mehrstöckigen Gebäude hinab als wäre es nichts und landete gekonnt vor den Füßen von Kyon. „Lange nicht gesehen, Dämon.“, grinste er und richtete sich auf. Er war wie ein Schatten, schwarze Kleidung, schwarze Haare, und völlig leere, ausdruckslose schwarze Augen. Über die Augen zog sich der Schatten der Kapuze die er über sein Haupt trug. Das einzige was an ihm nicht schwarz war, war wohl der Verband, der seine komplette linke Körperhälfte bedeckte. „Wenn ihr Aux sucht, ich weiß wo er ist.“ „Verpiss dich, Neo.“, antwortete Kyon knapp, worauf Neo leicht beleidigt zurück wich. „Dann geh ich ihn holen. Aber ihr solltet hier aufpassen, lange werdet ihr nicht mehr allein sein, huh.“ „Dein Gehör scheint sich mit der Zeit verschlechtert haben. Ich sagte: Verpiss dich!“ ignorierte der Dämon die Worte des alten bekannten. „Kein Problem.“, gerade erst gekommen hielt die Neo die Hände schützend vor sich, „Hey Ryo. Pass bloß auf das Mia nicht verreckt, wäre nicht schön für dich.“, Gerade hatte sich Neo umgedreht und setzte zum Sprung an, als Ryo ihn zurückhielt. „Neo! Wo ist er?“
„Pff... Ich rette Aux, ihr killt die Einmannarmee die auf euch zukommt und wir treffen uns am Tempel von Hroen. Ich hab noch was zu klären, wenn wir uns gerade schon wiedersehen.“
Er sprang nach oben, war Sekunden später verschwunden. Zurück blieb die verwirrte Truppe, unwissend von dem was nun auf sie zukam.
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ehemals ReMo

6

Freitag, 30. April 2010, 07:37

.Six Heavens. || Kapitel 3 || Unter der Erde (Teil 1)

Neo betrachtete vom Dach eines Hochhauses die wie leer gefegten Straßen. Die Stille war beunruhigend, ja fast unheimlich. Direkt unter ihm befand sich die Ruine einer U-Bahnstation, daneben eine Anreihung von Bunkern. Wann, vor allem zu welchem Zwecke diese gebaut wurden war ihm völlig unbekannt, es gab ein unterirdisches Tunnelsystem welches einen geheimen Zugang zu jedem der Bunker hatte. In einem der Bunker war Aux gefangen, daher konnte er davon ausgehen das dass Tunnelsystem mehr als gut bewacht wird. Aux und seine Anhänger waren international gesuchte Verbrecher, unter anderem angeklagt wegen Mordes an zwei Präsidenten und Mord an mehreren Offizieren des Militärs. Die Regierung verfolgte sie, wünschte sich nichts anders als den Tod der Gruppe, doch das Volk feierte sie. Die Tode der beiden Präsidenten waren viel mehr Erlösungen von einer Diktatur, genau deshalb liebte das Volk sie. Und genau deshalb wurde Aux auch hier gefangen gehalten, die Welt hatte genug Schwierigkeiten, die Menschen starben nacheinander ab, doch die wenigen die noch lebten würden einen riesigen Aufstand verursachen, würde die Gefangennahme von Aux an die Öffentlichkeit gelangen. Neo untersuchte noch einmal die Umgebung auf Feinde bevor er sich vom Hochhaus hinab in die Tiefe stürzte.

Neo zog seinen Fuß über den Boden, um unter den Schichten von Sand und Staub die Pflastersteine sichtbar zu machen. Er tippte mit den Zehnspitzen einige von ihnen an, machte dann einen Satz zurück. Unter ihm tat sich eine kleine Öffnung auf, die in die Tiefe führte. Erneut sah Neo sich nach Gegnern um, erst als er sich sicher war nicht beobachtet zu sein stieg er in das Tunnelsystem der Bunker hinab.
Langsam schlich er Schritt für Schritt nach vorn, dann stoppte er abrupt ab.Vor ihm flackerte auf einmal ein Licht auf, einige Stimmen murmelten leise etwas vor sich hin. Das Licht wurde stärker, die Stimmen lauter. Neo war angespannt, stand regungslos mitten im Gang und wartete auf das Erscheinen der Gegner. Die Schatten die er nun sehen konnte passten zu ausgewachsenen Wachen, sie trugen keine Waffen bei sich, vermutlich patroulierten sie einfach nur und riefen im Notfall Verstärkung. Doch soweit wollte Neo es nicht kommen lassen, er war darauf versiert eine Mission leise und schnell, vor allem sauber zu erledigen. Lautlos huschte er erneut ein Stück nach vorn um mehr zu erkennen. Kurz überlegte er was die angebrachteste Todesart in einer solchen Situation wäre, dann lies er wie aus dem nichts einen Dolch erscheinen und lies die Klinge spielend leicht durch seine Finger gleiten. Er trat aus dem Schatten hervor, zuerst unbemerkt von den beiden Wachen. Um deren Aufmerksamkeit zu erwecken machte er einen Satz, landete direkt vor den beiden und stieß den Dolch mit einer blitzschnellen Bewegung in die Mägen seiner Gegenüber, bevor diese überhaupt einen Laut von sich geben konnten. Die Augen der beiden waren weit aufgerissen, das Blut sammelte sich in ihren Wunden, ergoss sich dann über den Boden. Kurz ging er in die Knie und schloss mit seinen Fingern die Augen der beiden. Er schaute kurz hinter sich: Ihm war niemand gefolgt, das war auch gut so. Das Licht war eine Fackel die einer der beiden mit sich getragen hatte. Immer noch flackerte sie leicht auf und diente Neo als Lichtquelle. Er griff den beiden Wachen unter die Arme und schleifte sie hinter eine dunkle Ecke, dann löschte er die Fackel und setzte seinen Weg durch die Dunkelheit fort.

Er war einer Weile lang schon niemanden mehr begegnet, doch war sich Neo sicher das er hier nicht allein war. Immer wieder war er kurz stehen geblieben um sich genau umzusehen. Nun aber stand er vor einer hölzernen Tür, welche durch ein verschlossenes Eisenschloss blockiert war. Kurz dachte er nach, diesmal entschied er sich für die friedlichere Variante. Er streckte seine Hand aus, doch anstatt die Tür zu berühren ging sie einfach durch sie durch. Der Hand folgte Neos ganzer Körper. Er stand nun in einem beleuchteten Raum, war jedoch völlig allein. Der Raum war mit Tischen, einigen Lampen und Stühlen eingerichtet, auf den Tischen standen Monitore, auf den eine Fehlerfrequenz unruhig aufflackerte. Mit der Zeit wurde er sich immer sicherer das hier etwas nicht mit rechten Dingen zuging, er war zu lange niemandem mehr begegnet, zudem war dieser Raum leer, da passte etwas nicht. Dann hielt er den Atem an- richtete seinen Blick ohne den Kopf zu bewegen unauffällig zur Decke. Über ihn befand sich eine Kamera, welche gemächlich von Links nach Rechts schwankte. „Verdammt.“ hauchte er und senkte seinen Blick um die Türen vor sich beobachten zu können. Es regte sich nichts, aber es stand fest das er entdeckt worden war. Er war in eine Falle geraten, ohne das er es bemerkt hatte. Regungslos stand er in der Mitte des Raumes, wartend auf irgendein Geräusch das ihn aus der Starre entreißen würde, doch es herrschte absolute Stille. Er schluckte, drehte sich dann um. Auch die Tür durch die er gekommen war war verschlossen. Dann fasste er wieder einen klaren Gedanken- er konnte nicht ewig einfach hier stehen bleiben, musste taktisch vorgehen und die Gegner nach und nach ausschalten. Irgendwo hielten sie sich alle versteckt, warteten auf ihn. Es würde nichts bringen auf sie zu warten. Er hatte die Wahl zwischen drei Wegen: Links, Rechts und die Tür in der Mitte. Er wusste nicht was hinter diesen Türen auf ihn warten würde, aber eines war sicher. Nur ein Weg führte zu Aux, und auch nur einer zum Gegner. Dann verließ der den Raum durch die linke Tür, so wie er gekommen war.
In der Dunkelheit konnte Neo so etwas wie Kameras kaum erkennen, er musste seine Augen perfekt auf die Dunkelheit einstellen, und das war alles andere als leicht. Er schritt voran und versuchte keinen Winkel wirklich zu vernachlässigen, ob es nur eine kleine Nische oder der nächste Gang war. Doch dann gelangte Neo auf einmal an einen Punkt, ab dem es nicht mehr weiterging. Er stand in einer Sackgasse. Er wollte sich gerade umdrehen, als ihm ein Gedanke kam: Es konnte hier keine Sackgassen geben. In einem unterirdischen System wie dieses baute man nicht einfach sinnlose Sackgassen ein, das gab es nicht. Dieser Gang wurde nachträglich zugemauert- oder es war eben gar keine Sackgasse, viel mehr der Eingang zu einem geheimen Raum. Er tastete die Wand vor sich ab, es gab keine Schalter oder ähnliches, also ging er einen Schritt zurück. Er legte einen Finger an die Wand, zuerst geschah nichts- doch dann zog sich ein kleiner Riss durch die Mauer. Von einer Sekunde auf die andere fiel diese zusammen und es wurde ein weiterer Gang freigelegt. Er hatte tatsächlich Recht gehabt. Dieser Gang war zugemauert worden, und das mit Sicherheit nicht sinnlos. Neos Verdacht das er kurz vor Aux Gefängnis war erhärtete sich, er rannte den Gang entlang ohne auf etwas außer das vor ihm zu achten. Der versteckte Gang führte immer nur gerade aus- bis zu einer weiteren Mauer. Neo war leicht außer Atem und sah erst jetzt nach hinten. In der Dunkelheit tat sich nichts, es war ein leeres schwarzes Etwas, das etwas bedrohliches an sich hatte. Sein Puls beruhigte sich wieder, seine Gedanken wurden klarer. Wieder stand er vor einer Wand, wieder ging es hier nicht weiter. Neo klopfte gegen die Mauer vor sich. Es klang weder Hohl, noch so als ob ein Raum dahinter wäre, vielmehr als ob dies das Ende des Systems wäre. Hier war das Ende des ganzen Baus, er war an dem Punkt angelangt wo es wirklich nicht mehr weiterging. Er lehnte sich gegen die Wand und lies sich leicht zusammensacken. Sein Instinkt hatte ihn noch nie getäuscht- warum jetzt? Er war sich sicher das hier irgendwo Aux war, nur war die Frage wo. Hier zumindest nicht. Wütend schlug er gegen die Mauer- nichts. Noch einmal, diesmal kräftiger- doch ohne Ergebnis. Neo schloss kurz die Augen und atmete tief durch. „Aux ist hier.“, sagte er zu sich selber, „Aux ist hier.“ Er war sonst nicht der Typ der ausrastete, aber sein Instinkt hatte ihn in Stich gelassen, er wurde getäuscht, er wurde in eine Falle gelockt ohne das er es bemerkt hatte. Die Falle. Was war wenn die Typen längst auf dem Weg zu ihm waren? Was ist wenn sie schon direkt vor ihm in der Dunkelheit stehen?
Neo gab auf. Er musste zurück und einen anderen Weg wählen, er war hier in einer Sackgasse, schlimm genug das er von drei Wegen ausgerechnet den einzigen falschen gewählt hatte. Der junge Mann setzte sich in Bewegung, sein Blick fiel dabei auf die Decke. Er stoppte. Über ihm befand sich eine kleine Luke. Es war ein Eingang zu einem der Bunker. Die Bunker waren eine Etage über ihm, und er hatte es all die Zeit nicht bemerkt. An der Luke war ein Griff befestigt, Neo sprang hoch und hielt sich mit einem Arm an diesem Griff fest, mit dem anderen riss er die Luke auf. Er quetschte sich durch das enge Loch, das selbst für ihn eigentlich zu klein war, und schon er war recht klein und dünn. Er stand in einem neuen Gang, direkt vor ihm eine Reihe von stählernen Türen. Noch einmal machte Neo eine kurze Pause. Er müsste nun eigentlich über der Erde sein, aber in welchem Gebäude war er hier? Er war leicht verunsichert was seinen aktuellen Standort anging, er wusste nicht einmal mehr wie weit er schon gelaufen ist, geschweige denn wie lange er schon hier unten ist. Ruhig musterte Neo den Gang in dem er nun stand. Überall Türen, und hinter einer dieser Türen war mit Sicherheit Aux.
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7

Freitag, 30. April 2010, 07:39

.Six Heavens. || Kapitel 4 || Unter der Erde (Teil 2)
Neo lies seine Hand durch eine der stählernen Türen gleiten. Er war an seine neuen Fähigkeiten noch gar nicht gewöhnt, immer noch öffnete er lieber Türen oder zerstörte Schlosser anstatt einfach hindurch zu gehen. Sicherlich war es auch praktisch eine so immense Kraft zu haben das er die Tür mit einer Fingerbewegung zerstören konnte, aber das mit dem Hindurchgehen war doch weniger zeitaufwendig, zudem einfach leichter. Tür für Tür überprüfte er jeden Bunker auf deren Inhalt, er schätzte das er nun etwa die Hälfte der Räume abgearbeitet hatte, doch bisher war alles leer. Keine Spur von Gegnern oder Aux. Doch er war zuversichtlich: Er hatte die Bunker gefunden, und es stand fest das Aux in einem dieser Bunker gefangen ist, alles was ihn etwas beunruhigte waren die Feinde. Sie waren mächtig genug Aux gefangen zu nehmen, warum sollten sie nicht auch mächtig genug sein um ihn zu kriegen? Aber nein. Neo war ein Halbgott, Aux nicht. Ihn würden sie nicht kriegen, aber er sie. Die Jagd auf Aux war ihr Fehler Nummer eins, seine Gefangennahme aber der Fehler Nummer zwei. Die Einrichtung einiger der Bunker deuteten auf ihre Nutzung vor einigen Jahrzehnten hin, teilweise standen sogar alte Regale im Landhaus-Stil mitten im Raum, gefüllt mit Konservendosen, oder Büchern. Wenn er nicht wüsste das Aux hier ist würde er wohl denken das hier seit Jahren niemand mehr war. Man konnte sich kaum vorstellen wie zu Zeiten des Krieges vor etwa 20 Jahren bis zu zehn Leute in einem solch kleinen Raum lebten. Neo stoppte. Sein Blick blieb an einer der Türen hängen. Das Stahl war an einigen Stellen in ein leichtes Blutrot getaucht, scheinbar gab es hier vor einiger Zeit eine Art Kampf. Er spürte das dass, was hinter der Tür wartete nichts gutes war. Wenn es Aux war- war er nicht allein. Er wurde bewacht, nicht von einer Wache. Auch nicht von zwei Wachen. Von viel, viel mehr. Die Tür war nicht verschlossen, also beschloss Neo den Raum zu betreten wie jeder andere Mensch es auch tun würde.
Die Tür wurde auf einmal aufgerissen, eine Millisekunde später spürte Neo den kalten Stahl einer Desert Eagle an seiner Stirn, alles was er sah waren mehrere Leute eines Spezialkommandos der Regierung die ihre MGs auf ihn richteten. Er schluckte, er wusste nicht was passieren würde wenn er sich bewegen würde. Er wusste auch nicht was passiert wenn er niedergeschossen wird. Also beschloss Neo völlig ruhig zu bleiben, sich nicht zu rühren und auf eine Reaktion seines Gegenüber zu warten.
„Mein Name ist Alex Rice. Ich wurde von der Regierung beauftragt diejenigen ausfindig zu machen die für die Ereignisse in den letzten Wochen verantwortlich sind. Trifft sich also gut das du deinem kleinen Bruder Gesellschaft leisten willst.“ Der Mann vor ihm war absolut korrekt gekleidet. Neo musterte ihn sorgfältig, konnte aber nicht die geringste Falte oder Macke in seinem perfekt geschnittenem, schwarzen Anzug erkennen. Er trug zudem ein Hemd und Krawatte, das einzige was nicht zu seinem Outfit passte war die Desert Eagle, welche in seiner Hand lag- auf Neos Stirn gerichtet. „Aha. Wie kommt ihr nun darauf das wir dafür verantwortlich sein sollten?“, Neo wusste nicht was das ganze soll. Das hier war vermutlich nichts anderes als ein Riesen Missverständnis, wie es aussieht wurde Aux gar nicht wegen der Morde festgenommen, viel mehr wegen einer Sache mit der er absolut nichts zu tun hatte, und aus irgendeinem Grund verdächtigten sie auch ihn. „Du mein Lieber Freund bist ein Halbgott. Und dein kleiner Schützling hier ist auch so etwas in der Art.. Keine Ahnung was genau, Abschaum wäre ein unpassender Begriff. Nein, das wäre zu untertrieben. Ihr kleinen Bastarde habt es fertig gebracht alleine durch einen Gedanken die Welt ins tiefste Chaos zu stürzen. Wisst ihr wie das für gewöhnlich funktioniert? Man räumt die Ursachen aus dem Weg und macht alles rückgängig, in 100 Jahren wird niemand mehr über diese Ereignisse sprechen. Aber dafür müssen wir euch töten.“, die Stimme von Alex war absolut ruhig, abgeklärt, mit einer gewaltigen Portion Hass und Kälte versehen. „Aha.“, Neo nickte kurz, seufzte dann. „Ihr glaubt also nur weil ihr uns tötet erwachen plötzlich Milliarden von Menschen wieder zum Leben und alle Halbgötter dieser Welt verlieren ihre Kräfte?“ „Ja. So ist es geplant.“ Neo musste lächeln, er wusste das es absolut nicht der richtige Moment war seinen Gegenüber auszulachen, aber es war unverständlich. Ein solcher Glaube war tiefster Irrsinn, und er meinte auch das Alex das wissen müsste. Er konnte sich absolut nicht vorstellen wie das ganze funktionieren sollte. „Wo ist Aux.“ murmelte Neo knapp um wieder den nötigen Ernst in die Situation zu bringen. Alex machte mit seiner freien Hand eine kurze Bewegung, woraufhin die Männer hinter ihm den Weg freimachten, so dass Neo auf Aux blicken konnte. Er schien kerngesund, hatte saubere Kleidung an und einen Tropfen Blut konnte er auch nicht entdecken. Aux war nicht viel Älter als 12 oder 13 Jahre. Seine großen Auge sahen erwartungsvoll zu Neo herüber, dieser war leicht verwirrt und schaute dann wieder zu Alex, welcher die Waffe nun stärker gegen Neos Stirn presste, dieser blieb aber nach wie vor einfach stehen. „Dein kleiner Bruder kann dabei zusehen wie wir dir den Schädel wegblasen, Neo.“ „Er ist nicht mein Bruder. Er ist mein Adoptivbruder.“ korrigierte Neo kurz, und holte dann einen Moment Luft. Er hatte nun den Entschluss gefasst den Gegen angriff zu wagen, ob es funktionierte war eine andere Sache. „Wenn du jemanden von meinem Kaliber umlegen willst, Alex. Dann solltest du vielleicht mal genau nachdenken wie stark der Gegner überhaupt ist.“ Dann lächelte Neo und beugte sich leicht nach vorne um Alex ins Ohr zu hauchen: „Ich bin ein Halbgott, schon vergessen?“ Mit diesen Worten ging Neo einen Schritt nach vorn, glitt durch den verdutzten und völlig erstarrten Alex Rice durch und stand nun hinter ihm. Er schloss die Augen, tief in seinem Inneren hoffte er das es gut gehen würde, das alles wie geplant läuft, denn wenn nicht- würde er auf der Stelle sterben.
Unter dem Schutzglas der Helme die die Männer trugen konnte Neo die weit aufgerissenen Augen sehen, welche ihn ungläubig anstarrten, es waren mit Sicherheit nur noch Augenblicke bis diese beginnen würden zu feuern, er musste die Zeit sinnvoll nutzen.
Er zog einen Dolch hervor, und rammte ihn in das Herz von Rice. Der war immer noch in absoluter Schockstarre, das Blut lief ihm aus den Mundwinkeln, auf der Stelle war er absolut bewegungsunfähig. Sein Griff lockerte sich, zuerst fiel die Pistole mit einem dumpfen Knall auf den Boden, darsuf folgte der Körper des Toten. Was dann folgte, war das Feuern von MGs.

Auch diesmal wars zu lang, Teil 2 im nächsten Post :O
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8

Freitag, 30. April 2010, 07:39

Neo spürte Schmerz, unglaublichen Schmerz. Er wurde von den Kugeln, zerfetzt, mehrere Magazine durchlöcherten ihn, eine schwarze Flüssigkeit, von der Konsistenz an Blut erinnernd schoss aus seinen Wunden die den ganzen Körper zierten, dann... Waren die Magazine leer geschossen. Neo lebte. Neo ging es in diesem Moment besser als jemals zuvor. Die schwarze Flüssigkeit zog sich zurück, es war wie als wenn man einen Film rückwärts abspielen würde. Seine Wunden schlossen sich, seine Körperhaltung wurde wieder aufrecht. Es war als wäre nichts passiert. Die Männer vor ihm starrten ins Leere, ihre Augen waren erfüllt vom Willen zu sterben, sie waren mitten in der Hölle- das zumindest müssten ihre Gedanken gewesen sein. Auf einmal starteten Versuche sich das Leben zu nehmen, sie versuchten sich gegenseitig die Kehlen mit den Gewehren einzudrücken, sich zu erdrosseln oder tot zu schlagen. Neo hatte von diesem Anblick nach einer Weile genug. Erst jetzt wurde ihm richtig klar was er wirklich für eine unglaubliche Kraft hatte: Er war unsterblich. Er war wahrlich ein Halbgott, und er konnte tun und lassen was er will. Sein Blick fiel auf dem Blutteppich der sich wie ein Strom über den Boden ausbreitete. Seine Schuhsolen würden vermutlich blutrote Abdrücke hinterlassen. Er kniete sich nieder und nahm die Desert Eeagle von Alex auf. Kurz betrachtete er sie. Es war eine wunderschöne Waffe, dieser Rice hatte wirklich mehr Geschmack als Neo dachte. Dann richtete er die Waffe auf eine der Wachen, welche gerade vergeblich versuchte sich zu erwürgen. Neo nahm nun die Kapuze ab, seine grünen Augen visierten völlig ausdruckslos das Opfer an, dann drückte er ab. Die Wucht der Kugel war nicht normal, der Körper wurde förmlich zerissen, das Blut spritzte an die Wand und an seinen Gegenüber, der plötzlich aufschaute. Neo erledigte auch ihn kurzerhand, es reichte ein Schuss. Ein Schuss von dieser Munition und man wurde absolut zerfetzt. Neo hatte keine Ahnung was passiert wäre, hätte Alex ihn damit einen Kopfschuss versetzt, aber das war ihm nun herzlich egal. Neo ging nun langsam, Schritt für Schritt voran und erledigte mit jedem Schritt einen der Männer mehr. Dann stand er vor Aux, welcher zu ihm aufschaute: „Danke, Bruder.“, lächelte er glücklich und lies sich von Neo hoch helfen. „Kein Problem, großer.“, Neos blutige Hand strich über Aux Kopf, woraufhin sich dieser kurz schüttelte. Neo schaute sich noch einmal um. Der Boden war übersäht mit einigen Körperresten, die Wände und der Boden waren in ein tiefes, dunkles Rot getaucht. Der blutige Brei aus Körperteilen und Gedärmen zuckte teilweise noch. Ein Oberkörper versuchte sich gar noch aus dem Raum zu schleppen. Aux schaute kurz zu dem halb abgestorbenem Mann herüber, dieser versuchte nur noch sich irgendwie aus dem Raum zu befördern, doch der Blick des Jungen allein reichte aus, um auch ihn in kleine Stücke zu zerfetzten. „Nicht schlecht.“ murmelte Neo und steuerte den Ausgang an, Aux folgte ihm.
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9

Samstag, 5. Juni 2010, 18:02

.Six Heavens. || Kapitel 5 || Calium (Teil 1)

Ryo war der erste der Truppe, der das leichte Beben wahrnahm. Er wandte sich um, doch weit und breit war nichts als Schutt und Asche. Erneut ein Beben, diesmal stärker, auch der Rest der Truppe schien es diesmal zu spüren. „Was war das?“ reagierte Mia als erste und hauchte in die Stimme. „Neo sagte etwas von einer Einmannarmee.“ suchte Ryo nach einer Antwort. „Wie auch immer, wir sollten uns hier nicht länger aufhalten. Neo wird zusammen mit dem Boss bei Hroens Tempel warten.“, Mia schaute in den Himmel, welcher sich langsam in ein leichtes Abendrot färbte, „Was meinst du Silver?“ Diese schloss ihre Augen und schwieg einen Moment. „Es ist etwas großes. Und es scheint näher zu kommen, ich weiß also nicht was uns hier noch halten sollte.“ „Na also.“ auch Kyon schien nichts gegen einen Rückzug zu haben. „Dann auf!“, befahl Ryo gerade, als sich unter ihm die Erde auf tat. Er wollte zur Seite springen, wurde jedoch von einem riesigen Wurmähnlichen Ungetüm mitgerissen, welches aus dem Boden schnellte. Der etwa 100 Meter lange Torso des Monsters ragte in den Himmel, einige scharfe Klauen schnellten wild umher. Der Mund war vielmehr ein tödlicher Hexler, gleich einer Maschine, welche alles Stück für Stück verkleinerte. Keiner der Gruppe wollte auch nur daran denken da hinein zu geraten, und um zu laufen schien es nun auch zu spät. Ryo wurde weg geschleudert, schlitterte noch einige Meter über den steinigen Boden und richtete sich dann mit einem leicht Schmerz-verzehrtem Gesicht auf. „Was zur Hölle ist das..“ murmelte Mia ungläubig. „Viel wichtiger ist meiner Meinung nach die Frage was das Teil von uns will.“ antwortete Kyon knapp, während er einen Schritt zurückging. „Wie auch immer.“ Ryo zog sein Säbel, sowie sein Katana aus deren Hüllen und umklammerte deren Griffe. „Kyon? Dem Ding schonmal irgendwann in der Hölle begegnet?“ „Nein. Keine Ahnung was das ist.“
„Irgendwer eine Ahnung wie wir das Ding erledigen sollten?“, hauchte Ryo in die Sekundenlange Stille, während sich das Monster nicht aufzuhören schien, und sich immer noch weiter in den Himmel streckte. Mia packte ein flaches Paket mit Sprengstoff aus ihren Taschen, betrachtete diese einen Moment und wandte sich Ryo zu: „Glaubst du die können was ausrichten?“ „Ein Versuch ist es wohl wert.“ mit diesen Worten nahm er eine seiner Pistolen aus den Innentaschen seiner Jacke, während Mia die Sprengsätze in Richtung des Ungetüms warf. Die Sprengsätze klebten an der schleimigen Hülle des Wurms fest, was Ryo es um einiges leichter machte sie zu treffen. Mit einem gezielten Schuss ging die Ladung hoch, und riss ein tiefes Loch in die Haut des Monsters. Erst jetzt schien es die Gruppe zu bemerken, stieß einen schrillen Laut aus und machte in der Luft eine Kehrtwende, raste somit auf die verdutzten Angreifer zu.
„Mia!“ rief Kyon kurz, worauf diese ihm eine Sprengladung zuwarf. Der Dämon lies diese fallen, sprang wie alle einen Satz zurück und wartete noch einen Sekundenbruchteil darauf das der 'Kopf' des wurmartigen Ungeheuers unten angekommen war. In diesem Moment gab Ryo erneut einen Schuss auf die Sprengladung ab, diese explodierte und riss ein Stück des Schlunds aus. Der Wurm lag nun still da. „Er..“, Silver traute ihren Augen nicht, „Das wars?“ Ryo machte einige vorsichtige Schritte auf den leblos zu sein scheinenden Torso zu. Er betrachtete den weit aufgerissenen Mund, was da rein gekommen ist, kam wohl nie wieder raus. Dieses Monster muss das Werk eines Halbgottes gewesen sein, oder einfach nur ein erfüllter Wunsch eines verrückten. Die spitzen Zähne waren reihenweise angeordnet, zerhackten die Beute so wohl Stück für Stück. Ryo konnte nicht recht glauben das dass alles gewesen war. Er lies seine Hand über die Haut des Monsters gleiten, während auch der Rest der Gruppe an ihn herantrat. Silver ging einige Schritte weiter, sie entdeckte kleine Schlitze, welche wohl die Augen waren. Wenn man dieses Monstrum so sah, schien es tastsächlich friedlich zu sein.
Silver betrachtete die Schlitze genauer. Sie schienen sich zu bewegen, aber das bildete sie sich wohl nur ein. Doch langsam schienen das Auge sich zu öffnen, der Schlitz wurde leicht breiter, doch alles was zu erkennen war, war weiß.
Dann erschreckte Silver- Pupillen rollten sich von oben hinab, und ein kaltes graues etwas starrte sie an. „Leute? Das Ding..-“ Das 'Ding' stieß einen schrillen Laut aus, was Ryo, Kyon, Mia und auch Silver kurzzeitig in Trance zu versetzen schien, auf den Ohren der Vier herrschte ein unglaublicher Druck, weshalb Ryo als erster versuchte sich durch Schreien zu verständigen, jedoch ohne Erfolg- er selbst konnte seine eigene Stimme nicht hören. Der Wurm schnellte nach oben, aus Reflex zog Ryo in einer fließenden Bewegung sein Säbel hervor, stieß es in den Mund des Wurmes und hielt sich daran fest, während es immer weiter nach oben ging. Auch Kyon krallte sich an dem Schlund fest. Mia und Silver wurden von dem sich auftürmenden Monster weggeschleudert, kamen erst jetzt wieder zu klarem Verstand. „Was zur Hölle machen Ryo und Kyon jetzt schon wieder?“ murmelte Mia leicht verwirrt und schaute dem in den Himmel aufsteigenden Wurm hinterher.
Weiter oben stoppte der Wurm auf einmal ab, schnellte dann aber wieder mit einem unglaublichen Tempo nach oben. Er schien Kyon und Ryo abschütteln zu wollen. „Kyon!“ rief Ryo knapp, während er große Mühe dabei hatte sich festzuhalten, um nicht in die Tiefe hinabzustürzen.
„Wir müssen nach oben, das Viech wird wohl irgendwo ein Gehirn haben, wenn wir das-“ wieder wurden die beiden von einem plötzlich Stopp durchgeschüttelt. „-Wenn wir das finden und durchbohren können!“ Kyon nickte und versuchte weiter nach oben zu klettern. Ryo zog sein Katana hervor und tat es ihm gleich.

Die Klippe ragte steil in den Himmel, wenn man von dort oben hinab blickte schaute man in das glasklare, spiegelnde Wasser, welches in dieser Nacht in das helle Weiß des Mondes getaucht war. Neo schaute in das weite, schwarze Nichts. Der Nachthimmel war von Millionen von Sternen bestückt. Und doch reichte das Licht nicht aus um auch nur ein paar Meter weit zu sehen. „Aux.“ murmelte er knapp und wandte sich vom Nachthimmel ab, drehte sich um und setzte sich zu seinem kleinen Bruder, welcher es sich auf einem Stück Holz gemütlich gemacht hatte. „Was ist los?“ forderte dieser kurz eine Antwort und schüttelte sich einmal um die Kälte zu vertreiben. „Rice meinte wir hätten was mit der Katastrophe zu tun. Du weißt was passiert ist, huh?“ Aux zuckte kurz mit den Schultern, gähnte dann einen Moment ausgiebig. „Was meinte Rice damit?“ wiederholte Neo sich, wurde doch auch dieses mal von dem Jungen ignoriert. „Wir gehen morgen zum Tempel von Hroen, ich will wissen was hier los ist. Ich hab dein Team getroffen, wir werden uns dort treffen.“ Aux atmete tief durch, gähnte dann erneut. „Und was ist wenn da andere Halbgötter sind?“, er klang leicht verunsichert da er den Sinn hinter der ganzen Sache nicht recht erkennen konnte. „Dann töte ich die eben...“, kurz machte Neo eine Pause, dann fuhr er fort: „Der morgige Tag wird ziemlich hart. Wir sollten uns jetzt ausruhen.“
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10

Samstag, 5. Juni 2010, 18:02

.Six Heavens. || Kapitel 6 || Calium (Teil 2)

Der Wurm wehrte sich vehement gegen die Kletterversuche von Kyon und Ryo. Immer wieder ging ein Ruck durch den Torso, er zog sich ein Stück zurück, schnellte dann wieder in die Höhe.
Kyon war beinahe oben angekommen, seine Klauen hinterließen tiefe Wunden in der klebrigen Außenhülle des Monsters. Dicht von ihm gefolgt zerrte sich Ryo nach oben, welcher Stück für Stück abwechselnd das Säbel und das Katana wie Kyon seine Klauen verwendete. Ryo versuchte die Länge des Wurmes abzuschätzen, aber das fiel mehr als schwer, da er immer noch in die Höhe schnellte, und die Luft langsam dünner wurde. Der Wind wurde stärker, und machte das Vorhaben der beiden noch ein Stück schwerer, allerdings war die höchste Stelle des Torsos beinahe erreicht. Nur noch wenige Meter trennten Kyon und Ryo vom 'Kopf' des Ungeheuers.
„Und was ist wenn das Ding gar kein Hirn hat? Oder wenn es nichts bringt das Gehirn zu durchschneiden?“ rief Ryo zu seinem Kameraden hinauf, welcher nur kurz abstoppte und schmunzelte: „Dann machen wir es anders.“ Ryo wusste nicht recht was er damit meinte, gab sich aber zufrieden und verzichtete auf weitere Nachfrage während Kyon sich das letzte Stück nach oben zog. Er blickte nun mitten in den riesigen Schlund des Ungeheuers, und versuchte sich zu erdenken wo sich das Gehirn befinden könnte. Auch Ryo war nun oben angekommen und steckte das Säbel zurück, was der Wurm mit einem schrillen Kreischen kommentierte.
„Und jetzt?“ rief Kyon knapp, während er sich immer weiter in die Haut des Wurms hinein krallte.
„Irgendwo wird’s wohl sein..“ murmelte Ryo daraufhin knapp. Er zog nun sein Katana aus der schleimigen Haut hinaus, holte aus und riss eine tiefe Wunde in den Torso, doch alles was ihm entgegen kam war eine klebrige, feuchte Masse. „Was zur Hölle ist das?“, Ryo schaute kurz an sich herunter und lugte dann in den Wurm hinein. „Rotze, was denn sonst?“, lachte Kyon, der ebenfalls begann ein tiefes Loch in die Haut zu reißen, doch auch ihm flog die dickflüssige Substanz entgegen. „Haha. Überaus witzig. Der Humor der gefühlslosen, huh?“, bellte Ryo. Er riss den Schlitz [Wie mir halt atm. Keine anderen Wörter einfallen .o.] weiter auf, doch es waren weder Innereien noch Knochen in Sicht- im Gegenteil, der Wurm schien bis auf die Schneidezähne die sowohl außen als auch innen angereiht waren völlig leer zu sein. Kyon war der erste der beiden der merkte das dass ganze sinnlos war: „Ryo, wenn das Ding wirklich kontrolliert wird hat es kein Gehirn.“ Ryo schaute kurz zu ihm auf, sein Schlitz [bwuahahahaha :/ Ich muss meinen Wortschatz erneuern D:] war weit aufgerissen, und bereits etwa 10 Meter lang. „Wie wärs wenn wir es komplett aufschneiden?“, fügte Kyon noch hinzu, erst jetzt zeigte Ryo eine Reaktion. Bei seinem breiten Grinsen kamen erneut seine scharfen, raubtierähnlichen Reißzähne zum Vorschein. „Aber mit Vergnügen.“ er nickte zustimmend und schaute zu Kyon hinauf, dieser wartete erst einige Sekunden, verlangte dann empört nach Ryos Säbel. „Hier hast du dein Spielzeug, kleiner.“ Ryo zog das Säbel mit seiner freien Hand hervor und warf es zu Kyon. Dieser fang es gekonnt auf und machte sich bereit. Die beiden rammten ihre Klingen in eine unbeschädigte Stelle des Torsos, festigten ihren Griff und rissen sich dann mit dem gesamten Körpergewicht nach unten.


Der tiefe Riss zog in der Haut des Wurms zog sich von oben nach unten. Absolut regungslos hing der Torso nun in der Luft, ohne sich auch nur ein kleines Lebenszeichen von sich zu geben.
Ryo und Kyon hatten ganze Arbeit geleistet, ein gerader Schnitt zog sich einige hundert Meter durch den Wurm. Noch einige Augenblicke verharrte das Monster in der Luft, bevor es wie ein Gebäude bei einer Sprengung zusammenfiel. Silver, Mia, Kyon und auch Ryo nahmen einen sicheren Abstand ein. „Was wollte das Ding jetzt überhaupt?“, warf Mia in die Still ein, während der Aufprall des Torsos einen dumpfen Knall verursachte, und eine Staubwolke aufstieg. Kyon zuckte mit den Schultern: „Das Ding wurde wohl kontrolliert.. Und zwar von irgendjemanden der nicht allzu gut auf uns zu sprechen ist.“ Ryo erinnerte sich an die Worte von Neo, es war im Grunde genauso gut möglich das dieser Jemand hinter Neo her war, aber es würde sich noch herausstellen, wenn sie sich beim Tempel Hroen's treffen. „Dann sollten wir langsam losgehen, huh? Es wird bald Nacht.“, murmelte Silver- keiner hatte etwas einzuwenden.

Ruins Muskeln pochten wie wild, er war gelähmt, kam sich vor wie ein hilfloser Käfer, gefangen in einem Glas. Seine Augenlider waren schwer, jede Bewegung war für ihn ein unmögliches Unterfangen. In seinen Gedanken spielten sich Szenen ab, die er noch nie gesehen hatte, es war als würde er einen Film sehen, nur das dass ganze nicht freiwillig war. Er versuchte zu denken, doch alles was er wahrnahm waren die Bilder die sich in seinem Kopf abspielten. Es waren Bilder von einer friedlichen Welt, von einer Welt wie es sie vor tausenden Jahren einmal gab, ein friedliches miteinander von Menschen, kein Streit und kein Hass, eine unberührte Natur, die Welt so wie sie Hroen damals schuf.
Die Vorstellung stoppte, was er nun sah war schwarz, was er hörte war sein eigener Schrei.

Ruin riss die Augen auf. Sein Atem war unregelmäßig, sein Herz raste. Er konnte nichts sehen, um ihn herum war pure Finsternis. Seine Gedanken waren wirr, er hörte laut lachende Stimmen, welche ihn verhöhnten, er sah sich selbst wie er sich in die Dunkelheit begab, im Nichts verschwand.

Ruin war hilflos, er war in Erinnerungen gefangen, es waren Höllenqualen aus denen er sich nicht befreien konnte- Ruin konnte nicht sehen, nicht hören, nicht denken. Er war tot.

Menschen spüren nichts wenn sie Tot sind, sie sind dann aus ihrem Körper geschieden, sie spüren nichts mehr, bei einem Halbgott war das anders. Ein Halbgott konnte nicht sterben, und wenn er es doch tut, spürt er den Tot bis in die Ewigkeit.
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11

Samstag, 5. Juni 2010, 18:03

.Six Heavens. || Kapitel 7 || Calium (Teil 3)

Vehis Blick wanderte vom Eingang des Tempels zu Neo, und wieder zurück.
Sie wusste nicht wer der Fremde war, aber genau genommen gab es ja nur 2 Möglichkeiten: Entweder er war ein Halbgott welcher sie und Merkur umbringen wollte, oder es war ein Gleichgesinnter, welcher nach all dem nur Zuflucht suchte.
Neo schaute scheinbar durch Vehis hindurch, fixierte den Eingang zum Tempel an, welcher sich hinter ihr befand. Über seine Lippen huschte ein kurzes Lächeln, als er mit einer Handbewegung Aux dazu aufforderte die Treppen hinaufzusteigen. Sein jüngerer Bruder stand noch immer in mitten der Blutlachen auf dem Marktplatz, und nahm erst jetzt die Möglichkeit wahr Neo zu folgen.
Merkur schien beunruhigt, seine Pfoten scharten wartend über den Marmor, auch Vehis musterte die beiden Fremden sorgfältig und beobachtete aufmerksam jede noch so kleine Bewegung.
Aux stand nun neben Neo und verzog die Augenbrauen: „Sieht mir nicht nach einem Halbgott aus.“ Sein großer Bruder nickte, während er seinen Gang zur Tür des Tempels fortsetzte, jedoch von Vehis aufgehalten wurde: „He! Wer seit ihr? Was tut ihr hier?“
Neo schmunzelte, schaute nach oben in den Himmel und seufzte dann.
„Eine Frage zu viel, huh?“, brachte er dann schließlich heraus, woraufhin sich Aux zu Wort meldete: „Mein Name ist Aux, dies ist mein Leibwächter Neo. Wir sind auf der Suche nach Antworten, Antworten auf die Geschehnisse die sich in letzter Zeit zugetragen haben.“
Neos Reaktion spiegelte sich in einem trockenen Schweigen wieder, Vehis hingegen lächelte zufrieden und streckte ihm die Hand entgegen: „Ich bin Vehis, freut mich. Das ist mein Leibwächter, Merkur.“, Merkur gab einen hellen Laut von sich, und änderte seine Körperhaltung in eine weniger bedrohliche Position, „Auch wir sind auf der Suche nach Antworten.“

Erus trat in den dünnen Lichtstrahl, welcher sich durch die engen Gassen einen Weg bahnte. Vor ihm befand sich der Marktplatz, wessen imposanter, weißer Marmorboden sich mit den Tagen in ein blutrotes Meer verwandelt hat. Er erinnerte sich zurück, zurück an die Zeiten die er zusammen mit seinem Bruder verbracht hatte, mit seiner Familie- in einem glücklichen Miteinander. Aber die aktuelle Realität war anders: Erus hatte niemanden mehr an den er sich wenden konnte, Freunde, Familie und flüchtige Bekanntschaften, alle waren sie entweder getötet worden oder plötzlich verschwunden. Erus war arrogant, eitel und eingebildet. Aber seit dem Tag, an dem sich alles änderte, waren es andere Merkmale die ihn bestimmten. Es war das Streben danach, dass zurück zu bekommen was er durch den Vorfall verloren hatte, oder zumindest überhaupt mal eine gesunde Seele zu treffen. Er hatte sich in den letzten Tagen scheinbar jegliche Emotion abgewöhnt, und auch wenn er eine zeigen wollte, es wäre ihm sichtlich schwer gefallen es glaubhaft über die Bühne zu bringen. Das Blut klebte an den hellen, weißen Stiefeln von Erus. Der Kontrast von Rot und Weiß sprach ihm zu, aber das es ausgerechnet das Blutrot von hunderten Unschuldigen Menschen sein musste, das war eines der Dinge die ihn an der aktuellen Lage dieser Welt störten. Auf einmal bemerkte er die Treppe, die zum Tempel Hroeen's heraufführte, und die Personen, welche sich weiter oben unterhielten.

Aux war immer noch in einer Konversation mit Vehis verwickelt, während sich Neo desinteressiert abwendete und auf den Marktplatz hinab schaute. Sein Blick fiel auf Erus, welcher wohl vor hatte die Treppen hinaufzusteigen. Er schmunzelte kurz und stieß seinem kleinen Bruder leicht in die Rippen. Dieser wandte sich zu ihm um, fuhr in entgeistert an und entdeckte dabei ebenfalls Erus, welcher nun nur noch wenige Schritte von der kleinen Gruppe entfernt war.
„Hey, ihr da!“ rief Erus kurz, und zog sich leicht erschöpft die letzte Stufe hoch, bis er auf einer Ebene mit Neo stand, welcher ihn zuerst ignorierte, ihn dann jedoch mit einem knappen „Huh.“ begrüßte.

„Es wird immer seltener normale Menschen zu finden, die nicht völlig verrückt sind oder wild umher laufen und jeden beliebigen Miteinander töten.“ stellte Erus fest. „Wahre Worte.“ stimmte Neo mit einem kurzen, gespielten Lächeln zu. Ihm war klar das er sich als Halbgott nicht viele Freunde machen würde, also zog er es vor seine Identität möglichst verdeckt zu halten. „Und was führt dich hierher?“ stellte dann Vehis zu guter Letzt die Frage an Erus. „Ich bin auf der Suche nach einer Lösung für dieses Problem. Mein Verdacht ist das die Götter damit etwas zu tun haben, also fand ich es am logischsten wenn ich hierher komme und die Priester Hroeen's um Rat frage.“
Aux nickte und schaute einige Meter weiter nach oben, wo der Tempel stand. Die kunstvoll verzierten Türen waren verschlossen, für einen normalen Menschen war der Eintritt unmöglich, vermutlich ließen sich die Türen nur von innen öffnen. „Wie wäre es dann wenn wir endlich mal aufhören hier rumzustehen, huh?“, murmelte Neo schwer verständlich und wippte vorsichtig von einem Bein auf das andere.
Die Gruppe setzte sich in Bewegung, und stieg die letzten Stufen bis zur verriegelten Tür hinauf. Ein kurzes Schweigen umhüllte sie, bevor Erus einen weiteren Schritt vortrat und kräftig an die Tür hämmerte – nichts.
„Es geht doch auch einfacher.“, begann Aux zu erklären, bevor Neo ihn versuchte davon abzuhalten weiter zu reden, doch sein kleiner Bruder schien ihn nicht zu bemerken, „Neo kann uns die Tür von innen aufmachen.“ Es herrschte auf einmal Verwirrung bei Vehis und Erus, auch Merkur gab ein verunsichertes Knurren von sich, lediglich Neo stand leicht genervt da und zuckte mit den Schultern. „Dann hoffen wir mal das kein böses Monster auf uns lauert.“
Mit diesen Worten ging er mit einer Hand voraus durch die Tür, während die anderen ihn fasziniert, ungläubig und entsetzt zugleich anstarrten.

Das innere des Tempels war ein einziges, epochales Kunstwerk. Neo war einiges gewohnt, doch das hier beeindruckte selbst ihn. Der Boden war ein leuchtendes weiß, in der Decke befand sich eine riesige Kuppel, durch welche ein leuchtender Lichtstrahl auf eine Truhe in der Mitte fiel. Links und Rechts ragten Marmorsäulen in die Höhe, die Wände waren mit Malereien verziert. Doch nirgends schien auch nur der Hauch von Leben zu sein. Es gab hier weder Priester, noch normal sterbliche. Neo hustete kurz und musterte noch einmal genau die Truhe in der Mitte des Raumes. Er drehte sich zur Tür um, wandte sich dann jedoch wieder zur Truhe hin, und steuerte diese mit einigen kleinen Schritten an.
Seine Hände tasteten die hölzerne Außenhülle nach einer Art Griff oder Schloss ab, jedoch vergebens. Er griff daraufhin spontan hinein, und konnte etwas wie ein Buchrücken ertasten. Konzentriert fühlte sein Zeigefinger über das raue Leder, er stieß auf eine in das Leder eingestampfte Inschrift, vermutlich der Buchtitel.

Neos Lächeln verschwand auf einmal von seinem Gesicht, als er die komplette Inschrift ertastet hatte: Calium.
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Samstag, 5. Juni 2010, 18:03

.Six Heavens. || Kapitel 8 || Zusammenkunft

Neo dachte einen Moment nach- es gab keinen Weg das Buch aus einer geschlossenen Truhe heraus zu holen, und von innen öffnen lies sie sich auch nicht. Noch ein weiteres mal schaute er sich nach etwas um mit dem es ihm möglich wäre die Truhe zu öffnen, doch vergebens. Er wurde von Erus aus den Gedanken gerissen, welcher kräftig gegen die Tür trat, und rief: „Hey! Mach die Tür endlich auf!“ Neo schwieg, ging dann zur Tür und öffnete sie. Aux, Erus, Vehis und Merkur betraten nun die Halle, und schauten sich interessiert um. Erus war der erste der mit dem Betrachten der Architektur fertig war, und wandte sich nun der Truhe zu, welche im Lichtstrahl der Kuppel auf einem Sockel stand. „Was ist das?“ wandte er sich knapp an Neo, welcher nur unwissend mit den Schultern zuckte. Auch Vehis beendete ihren Rundgang: „Wo sind die Priester wohl hin?“
Aux ging immer weiter durch die Halle, an der hinteren Wand, welche sich etwa 20 Meter von der Gruppe entfernt befand sich eine Wandmalerei. Interessiert betrachtete Aux das karge Abbild von Hroeen, welcher auf dem Bild als ein Mensch abgebildet war. Auf seinem Kopf befand sich eine Krone, in dieser Krone ein Kristall, in dessen Antlitz sich die Welt widerspiegelte. Seine Hände waren nach oben gestreckt. Auf seiner Kleidung waren ebenfalls Kristalle zu sehen, auch in diesen war die Welt zu sehen. Zu Hroeens rechten war ein weiterer Gott abgebildet. Es war Glutur, der Gott des Feuers und der Sonne, welcher auf einem Thron saß. Zur Linken des Allmächtigen Gottvaters saß ein Mensch, ebenfalls auf einem Thron, jedoch weniger imposant und ausgeschmückt. Aux Blick wanderte nach unten, wo man eine Schrift erkennen wollte. Es war Hrei'il, eine alte Sprache die angeblich die Götter mit den Schamanen und Priestern sprachen. [*]
Er meinte sich erinnern zu können das Kyon diese Sprache lesen konnte, doch er war nicht hier. Mit diesem Gedanken wandte er sich zu Neo um: „Du hast Ryo gesagt das sie her kommen sollen, oder?“ Sein großer Bruder nickte. Neo kam der Gedanke das Aux Anhänger womöglich den Kampf gegen die 'Einmannarmee' nicht überlebt hatten. Schnell vertrieb er den Gedanken wieder aus seinem Kopf, er konnte sich nicht vorstellen das sie den Kampf verloren hatten.
Aux schritt nun als letzter zur Truhe heran: „Neo. Kannst du hinein greifen?“
Sein großer Bruder nickte, und griff in die Truhe hinein. Ganz deutlich konnte er den Titel des Buches ertasten: Calium. „Was ist drinn?“ erkundigte sich Vehis, doch Neo schüttelte den Kopf. „Nichts, die Truhe ist leer.“ Eine Wolke zog sich vor die Sonne, wodurch der Schein der auf die Truhe fiel schwächer wurde. Neo nahm die Hand wieder heraus, woraufhin Erus seinen Säbel zog und ihn auf die Truhe nieder sausen lies. Doch es geschah nichts- nicht einen Kratzer konnte man auf dem fein verarbeiteten Holz erkennen. Er atmete tief durch, und holte dann erneut aus: „Kein Mensch auf dieser Welt stellt eine leere Truhe inmitten des Tempels des Gottvaters. Wieder traf der wuchtige Schlag auf das Holz, doch vergebens. Vehis schmunzelte: „Die Priester haben anscheinend den Tempel verlassen. Was ist wenn sie den Inhalt mit sich genommen haben?“
Der Rest der Gruppe hatte keine Einwende gegen diese Vermutung. „Ist der Inhalt wirklich so wichtig?“, warf Neo ein, und schaute leicht verunsichert in die Runde. „Wenn die Priester in mit sich genommen haben, schon.“, Erus schien genervt von Neos Uneinsichtigkeit, und steckte sein Säbel wieder zurück. Neo seufzte. „Die Priester können genau so gut tot sein. Sie sind sterbliche Menschen, keine Halbgötter.“ Erneut brachte Erus einen Gegenvorschlag: „Es könnte aber auch sein das einer der Priester ein Halbgott geworden ist, die anderen getötet hat, verschwunden ist und den Inhalt der Truhe mit sich genommen hat, nicht wahr? Und der Inhalt ist etwas unglaublich Mächtiges, etwas von Hroeen- und dieser Priester ist nun drauf und drann die Welt zu übernehmen!“ Einen Moment lang herrschte Stille, dann fing Neo an zu lachen. „Die Welt übernehmen, huh? Was willst du an dieser Leichenhalle denn noch übernehmen!?“ Es dauerte eine Weile bis er sich wieder ein gekriegt hatte.
Erus schien das ganze alles andere als lustig zu finden, auch Vehis und Aux standen regungslos da, und warteten darauf das Neo wieder runtergekommen war. Merkur stand wie immer emotionslos da, und starrte leicht verwirrt Aux großen Bruder an.
„Gut.“, Neo hatte sich wieder einigermaßen gefangen, „Was sollen wir tun?“
„Wir warten auf mein Team.“ brachte Aux ein, bevor irgendjemand anderes einen Vorschlag machen konnte.


Es war Nacht, als Ryo, Kyon, Mia und Silver sich die Stufen zum Tempel hinauf quälten. Erus, Vehis und Aux schliefen bereits, nur Neo saß unter dem Nachthimmel auf einer der Stufen. Kyon und die beiden Frauen gingen ohne ein Grußwort an Neo vorbei, nur Ryo grüßte ihn, lies sich dann neben ihn auf die Treppe fallen. Ryo schaute nach oben in den Sternenhimmel, bevor Neo sich kurz räusperte. „Huh?“, reagierte Ryo und schaute ihn wartend an. „Calium.“, hauchte Neo, als ob er sich nicht trauen würde es auszusprechen. „Calium.“ wiederholte Ryo knapp und setzte eine ernste Miene auf. Neo überraschte es, das Ryo das ganze so kalt lies. „Die Legende scheint war zu sein. Es gibt dieses verdammte Buch wirklich, es liegt in der Truhe im Tempel.“, begann Neo. Er sah über die Schulter um zu versichern das niemand der anderen zuhörte. „Wenn es das Buch gibt, dann gibt es auch den Rest der Legende. Es trifft momentan alles so ein wie es geschrieben steht.“ Ryo zeigte keinerlei emotionale Reaktion, schaute nur mit einem leeren Blick auf den Marktplatz hinab, welchen man in der Dunkelheit kaum noch erkennen konnte. „Ryo!“, fuhr Neo ihn nun an. Ryo nickte, stand auf und atmete tief durch: „Du willst auf den Tod des Lichtes hinaus, huh?“
„Ja.“ bestätigte Neo knapp und wollte gerade in den Tempel hinein gehen, als Ryo ihn kopfschüttelnd zurück hielt: „Du bist dir im klaren was das bedeuted, oder? Wenn wir die 'Auserwählten' sind, die das Licht dann wieder zurück holen müssen.. Neo, Aux ist noch ein Kind.“
„Er hat besondere Fähigkeiten Ryo, vor allem aber ist er physisch sehr viel weiter als ein normales Kind, das solltest du am aller besten wissen. Du warst die letzten Jahre ununterbrochen mit ihm unterwegs. Du bist wie ein zweiter Bruder für ihn.“ Ryo nickte, schluckte dann und schaute wieder in den Nachthimmel: „Der Eingang ins erste Himmelsreich... Er soll in den Katakomben des Tempels liege, oder?“ Neo nickte bestätigend, fügte dann aber noch hinzu: „Die anderen wissen nichts davon das Calium existiert. Wir haben zudem noch zwei neue in der Gruppe. Wir sollten warten bis wirklich alle schlafen und dann nach dem Eingang für die Katakomben suchen. Morgen klären wir die anderen auf.“


[* = Hrei'il ist vergleichbar mit Latein.]
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Samstag, 31. Juli 2010, 18:27

.Six Heavens. || Kapitel 9 || Der Brunnen

Die Dunkelheit umhüllte die beiden, was es für sie schwierig machte den Boden und die Wände des Tempels auf einen geheimen Eingang zu untersuchen. Es betrug sich mehr oder weniger auf Zufall, ob Ryo und Neo den Eingang wirklich fanden, oder nicht. Ryos wunde Finger tasteten die Wand ab, während er immer wieder mit seinen Füßen über den Boden glitt, um mögliche Unebenheiten zu entdecken. Er fühlte sich immer noch geschwächt vom Kampf gegen den Wurm, war zudem aber auch verunsichert, ob es wirklich Neos Absicht gewesen war die Gruppe einen Kampf gegen das Monstrum zu überlassen. Doch das war nicht die einzige Frage die in seinem Kopf Verunsicherung verbreitete. War die Calium-Prophezeiung wirklich eingetroffen? Und wenn ja, was würde sie hinter dem Portal in das erste Himmelsreich erwarten? Die vorerst wichtigste Frage aber war: Wo war der Eingang in die Katakomben des Tempels?
Ryo spürte auf einmal eine kalte Hand an seinem Hals. Regungslos blieb er stehen, drehte sich dann jedoch blitzschnell um und warf seinen Gegenüber mit einer knappen Bewegung um. Kurz atmete Ryo durch, schaute dann genauer hin und erkannte denn kopfschüttelnden Neo, welcher sich wieder aufrichtete. „Sprechen verlernt, huh?“, hauchte Ryo, „Was ist los?“ Neo lächelte knapp, antwortete dann in einem ruhigen Ton: „Da vorne in der Wand gibt es eine Spalte. Sie ist nur sehr klein, aber für mich sieht es so aus als ob da etwas zugemauert worden sei.“ Ryo nickte, um eine Reaktion zu zeigen, ging dann Aux großem Bruder hinterher, in der Hoffnung er würde ihn zur Spalte führen.
Neo nahm Ryos Hand und legte sie an die Spalte, damit er sich selber davon überzeugen könnte. Der Riss war gerade groß genug um eine Schwertklinge hindurch stoßen zu können, doch auch Ryo meinte zu erkennen das sich dahinter ein Hohlraum befand. Womöglich der Eingang zu den Katakomben. „Geräuschlos kommen wir da nicht durch.“, bemerkte Ryo schließlich, „Meinst du wir sollten morgen Mia fragen ob sie uns ein Loch rein sprengen kann?“ „Nein.“, befand Neo sofort, erklärte dann: „Die Gefahr wäre zu groß das der hier alles einstürzt, wenn du dann noch einen Plan hast wie wir in das Himmelsreich kommen – gerne.“
Ryo stimmte einen Moment später zu. War dann aber ratlos wie man sonst in den Raum hinter der Mauer gelangen könnte. „Und wenn du sie einfach zerschlägst?“, war sein zweiter Vorschlag, doch auch diesen lehnte Neo ab: „Zu laut. Die Gefahr das hier alles zusammenbricht ist zudem nicht viel geringer als bei der Explosion.“
Es herrschte ein kurzes Schweigen, bevor sich beide gleichzeitig nach Aux umsahen. Dieser lag schlafend vor einer der Tempelwände. Neo schritt auf seinen kleinen Bruder zu, wollte ihn gerade wach rütteln, als Aux seine Hand festhielt. Erst dann öffnete er seine Augen. Als er erkannte das es Neo war, lockerte er seinen Griff und richtete sich auf: „Und wie stellst du dir das jetzt vor?“, murmelte er scheinbar noch leicht verschlafen, woraufhin er in die verwirrten Gesichter seiner Gegenüber sah. „Er... Wie..?“, stotterte Ryo, welcher sich zu Neo und Aux gesellt hatte. „Ich soll also die Wand zerstören. Leise und vorsichtig- wie stellt ihr euch das vor?“, harkte Aux nach, starrte dabei immer noch in die Gesichter der beiden, welche nun gegenseitig den Blickkontakt suchten. Ryo war der erste der beiden der sich an die Fähigkeiten seines Vorgesetzten erinnerte - Aux konnte Gedanken lesen, und das schon immer. Das er aber im Schlaf alles wahrnimmt, war ihm neu.
„Deine physische Kraft könnte ausreichen um den Eingang per Psychokinese frei zu räumen, huh?“, erklärte Neo, da Ryo stumm blieb und sich versicherte dass alle anderen schliefen. „Verstehe.“, murmelte Aux müde, und erhob sich dann gemächlich. Er wurde von Neo und Ryo zur Spalte geführt, die er dann interessiert betrachtete. „Wie kommt ihr darauf dass man mit Psychokinese Wände einreißen kann?“, seufzte er kurz legte dann ein Auge auf die Spalte, um zu versuchen was sich dahinter verbarg. „Und?“ räusperte sich Ryo schließlich ungeduldig, schabte dabei mit seinen Füßen über den Boden. Aux nickte, wandte sich von der Wand ab, welche im selben Moment wie Staub zusammenfiel. Sie bildete einen perfekt abgetrennten ‚Türrahmen‘. Seine beiden Beobachter waren sprachlos, während Aux mit einer kurzen Handbewegung gestikulierte, dass Neo und Ryo vorrausgehen sollen.
Die Dunkelheit umhüllte sie in Sekundenschnelle. Um die kleine Gruppe herum, es war Dunkelheit, absolute Dunkelheit, welche sich wie eine Welle um sie legte, jedoch nicht mehr zurückging. Neo versuchte sich umzuschauen, hielt zur Probe seine Hand vor die Augen, doch selbst diese konnte er nur erahnen. Den kleinen Raum, den sie durch die Fuge zu sehen vermochten hatten sie durch eine Treppe hinter sich gelassen. Stück für Stück tasteten sie sich nun voran, die Fußspitzen ständig auf der Suche nach der nächsten Stufe. Ryo war der erste, welcher die letzte Stufe nahm und nun vor einer Tür stand, welche sich unter geringem Kraftaufwand öffnen ließ. Auch dieser Gang war dunkel, es herrschte eine beunruhigende Atmosphäre im Trupp, welche Neo jedoch am wenigsten abschreckte, weshalb dieser sich nun an die Spitze der Gruppe setzte, und den Gang Schritt für Schritt voranging. Um Aux, Ryo und Neo herrschte absolute Stille, keiner der Dreien wagte etwas zu sagen, keiner der Dreien konnte sich erdenken wie lang dieser Gang noch sein sollte. Der Weg schien mehr und mehr eine leichte Neigung in die Tiefe zu bekommen, was das laufen ein wenig erleichterte, und auch Hoffnung auf ein baldiges Ende der Strecke machte.
Aux blieb stehen, räusperte sich dann, worauf die hallenden Schritte verstummten. „Huh?“ warf Ryo dann ein, woraufhin Aux erklärte: „Da hinten. Ist das so etwas wie ein Schimmer? Ist das Licht?“ Schnell stolperte Aux nach vorne, lief dann weiter, dicht gefolgt von Ryo, lediglich Neo war die Ruhe selbst und setzte seinen Weg gemütlich fort.
Aux stoppte abrupt ab, einerseits geblendet vom Licht was ihm entgegenstrahlte, anderseits weil er auf einem Vorsprung stand, etwa 15 Fuß über dem Boden. Er hielt Ryo fest, welcher beinahe blindlings hinunter gestürzt wäre. Auch Aux großer Bruder stieß nun wieder zu den beiden auf, kniff dabei die Augen zu engen Schlitzen zusammen um etwas zu erkennen. Das blendende Licht was der kleinen Truppe entgegenstieß, ging von einem Kristall aus, welcher sich in der Mitte der Halle befand, welche sich zu Füßen von ihnen ergab. Er schien über einen Brunnen zu schweben, welcher glasklares Wasser zu enthalten schien. Neo sprang nun hinunter, hielt sich seine Hand vor die Augen, um sich vor dem grellen Licht zu schützen, und schritt näher an den Brunnen heran. Er hatte einen Verdacht, was den Sinn dieses Brunnens anging, und fühlte sich bestätigt, als er sein Gesicht in das ‚Wasser‘ eintauchte.
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14

Samstag, 7. August 2010, 12:07

.Six Heavens. || Kapitel 10 (1/2) || Aufbruch ins Ungewisse [1]

Neo schaute zu Ryo und Aux hinauf, welche ihn nun fragend anschauten.
„Und?“, fragte sein kleiner Bruder nun zögerlich, erhielt als Antwort aber nur ein Lächeln, welches Neo aufsetzte, bevor dieser sich mit Leichtigkeit wieder auf den Vorsprung manövrierte.
„Sieht so aus als ob wir hier richtig wären. Das ist definitiv ein Portal zu einem der Himmelsreiche.“
„Und was genau ist jetzt der Plan?“, hakte Ryo nun nach, „Du meintest wir sollten uns alle hier treffen. Mittlerweile ist klar das du in die Himmelsreiche willst, aber wozu?“
„Das ist recht simpel. Bist du dir im Klaren darüber, dass das ganze irgendeinen Ursprung hatte? Dieser Ursprung ist auf keinen Fall irdisch. Einer der Götter muss dafür verantwortlich sein, wenn nicht sogar ein Halbgott. Wir finden diesen Halbgott, oder eben Gott und töten ihn.“, erklärte Ryo und setzte dazu an, den Weg durch den düsteren Gang anzustreben.
„Und du meinst es hilft? Was bringt es uns weiter einen Gott zu töten? Dazu sind wir erstens nicht in der Lage, und zweitens macht das die ganze Scheiße hier auch nicht rückgängig. Die Welt ist am Boden, sieh es ein.“
Neo unterbrach daraufhin seinen Gang, der letzte Schritt hallte wie ein dumpfer Knall durch die Katakomben:
„Die Welt besteht nicht nur aus Halbgöttern, wird sie aber bald wenn wir verdammt nochmal nichts unternehmen. Und nur falls du es nicht wissen solltest,“, einen Moment unterbrach Neo, um wieder einen Schritt auf Aux und Ryo zu zugehen, „Tötest du einen Gott, so annullierst du seine Taten.
Fazit: Töten wir denn verantwortlichen Gott werden alle Halbgötter, die durch ihn zu dem geworden sind was sie nun einmal sind wieder zu normalen Menschen. Den Halbgöttern wird so die Macht genommen, und wir können verhindern das auch die letzten normalen Menschen auf Erden den Tot zu sehen bekommen, huh?“
„Klar. Nur wissen wir nicht wer dieser Gott ist. Wir können nicht einfach jeden Gott töten.“, machte sich letztlich auch Aux bemerkbar.
„Nenn mir einen Grund, Aux… Warum wir das nicht können.“
„Wir könnten vielleicht alle jämmerlich verrecken.“, fügte Ryo an, ohne jedoch von Neo kommentiert zu werden.
„Der Plan steht fest. Wir schlafen jetzt, sagen morgen den anderen Bescheid und brechen auf, einverstanden?“, Neo setzte seinen Gang fort, näherte sich der Treppe welche nach oben führte und ignorierte gekonnt die leicht ratlosen Blicke der anderen.
„Yo, Aux.“, murmelte Ryo dann, nachdem Neo bereits die erste Stufe erklomm, „Findest du nicht auch das Neo irgendwie komisch drauf ist? Er hat sich seit diesen Ereignissen verändert.“
„Du meinst dass er nun mit den Fähigkeiten eines Halbgottes ausgestattet ist?“
„Nein. Er hat früher nie unüberlegt agiert. Er handelte stets bedacht, immer mit einem vernünftigen Plan im Kopf, und einen weiteren Plan falls irgendwas schief gehen sollte. Es passt nicht zu ihm so völlig überhastet einen Krieg gegen die Götter aufzuziehen.“, Ryos starrer Blick richtete sich ausdrucklos in die Dunkelheit, in die Neo vor wenigen Momenten verschwunden war.
„Er muss sich jetzt keine Sorgen mehr machen zu sterben. Ob wir dabei draufgehen ist egal. Wir werden schließlich nicht gezwungen mitzumachen. Ihm geht es nur darum das alles so wie früher ist.“
„Egal was er tut. All das hier kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Es sind zu viele Menschenleben verloren gegangen. Wir kennen nicht einmal die Ursache für all diese Geschehnisse und … Neo hat keinen besseren Gedanken als einen Krieg mit den Göttern anzuzetteln.“, Ryo machte eine kurze Pause, und setzte zur Verfolgung seines alten Freundes an: „Und, bei allen heiligen Göttern, ich freu mich drauf.“

Die Strahlen der Sonne kletterten über die Ränder der Kuppel, und erstrahlten das innere des Tempels mit dem gleißenden Licht des Sonnenaufgangs. Mia war die erste, die durch das helle Licht geweckt wurde. Sie blinzelte einige Male, hielt dann ihre Hand schützend vor die Augen und richtete sich auf. Ihr Blick fiel dabei auf die zerstörte Wand. Erschrocken blickte sie sich daraufhin um, auf der Suche nach fremden, welche während der Nacht in den Tempel gelangt waren. Ebenfalls untersuchte sie die Vollständigkeit der Gruppe, mit Erfolg. Jeder, inklusive Vehis und Erus war anwesend – und schlief.
Aus diesem Grund beschloss Mia nun das Loch auf eigene Faust zu erkunden, und setzte sich noch leicht wackelig in Bewegung. Die Müdigkeit, welche der leichten Unsicherheit auf ihrer Beine vorrausging, war nach wenigen Schritten vollkommen verflogen.
Das ‚Loch‘ war vielmehr ein perfekt ausgehobener Türrahmen, die Ränder waren glatt, man hätte einfach einen Rahmen hineinsetzen können und es wäre nicht einmal aufgefallen das das Loch erst seit kurzem die Wand ziert. Bei all der Begeisterung und Verwirrtheit welche in Mias Kopf herrschte interessierte sie das, was sich hinter dem Loch befand jedoch sehr viel mehr als das, was sie nun sah. Es herrschte dort absolute Dunkelheit, nicht einmal ein kleiner Lichtstrahl konnte das Schwarze, undurchdringliche Etwas erhellen. Als sie dann in das Dunkel eintauchen wollte, zuckte sie blitzartig zusammen. Ihr Blick wanderte hinab zu ihrer Schulter, auf der eine dürre, in Verband gehüllte Hand lag.
„Schon wach, huh?“ Durch die unverkennbare Stimme ließ sich Neo identifizieren, welcher nun die Hand von Mias Schulter nahm, da diese sich überrascht zu ihm umdrehte:
„Könnte ich dich genau so fragen, oder?“
„Könntest du - Ja. Tust du aber nicht weil du weißt dass es sinnlos wäre, da ich dir keine Antwort darauf geben würde, sonder nur eine Gegenfrage stelle, huh. Was das Ding in der Wand da vorne angeht, ich erkläre das wenn alle wach sind, aber mach dich bereit aufzubrechen.“
Mit diesen Worten wandte sich Neo von dem Loch ab, machte Mia mit einer Handbewegung klar das sie sich von dem Eingang fernhalten solle, diese jedoch hakte noch einmal nach:
„Wieso aufbrechen? Es wäre an sich von Vorteil wenn du uns überhaupt erst einmal erzählst warum du uns hierher bestellt hast.“, ihr Blick war geradewegs auf Neo gerichtet, geradezu bohrend sah sie ihn an, als ob sie nur durch einen Blick die Antwort aus ihm herausholen wollte.
„Wir besprechen das alles wenn auch die anderen wach sind. Hab ehrlich gesagt keine große Lust alles zweimal zu erklären, huh.“, Neo zeigte sich unbeeindruckt und setzte sich schließlich wartend auf den Boden - gegen den Sockel lehnend, auf dem sich die Truhe mit dem Calium befand.
Neo hatte sehr viel mehr Gründe in die Himmelsreiche einzudringen, als nur ein Krieg gegen die Götter. Ihm war nicht nur das Wohl der Menschheit und das alles so wird wie es einmal war wichtig, sondern auch etwas vollkommen anderes. Aber den anderen konnte er nichts erzählen. Womöglich würden sie ihn dann nicht mehr unterstützen, die Gruppe verlassen. Doch das konnte Neo nicht riskieren, er brauchte die Gruppe um da zu erreichen was er wollte. Er brauchte nicht nur die Kräfte des Einzelnen, viel mehr die Kraft der Gruppe. Neos leerer Blick schweifte über seine Kameraden. Wie würden sie reagieren? Würde tatsächlich jeder von ihnen mit in einen Krieg gegen die Götter ziehen? Das Warten darauf, dass alle wach waren schien sich für ihn in unendliche Längen zu ziehen.
Letztlich riss Neo dann das Strecken von Vehis aus den Gedanken, begleitet von einem Knurren ihres Leibwächters, was auch Kyon aufschrecken lies. Dieser war zwar ein Dämon- ein gefallener Engel, aber schlafen musste auch er. Kyon war immer noch ein Mensch, wenn man ihn auch nicht unbedingt mit einem vergleichen konnte. Vehis und Merkur lagen direkt neben Kyon, welcher sich nun aufbäumte und verschlafen umschaute. Sein Blick fiel ebenso wie der von Vehis und Merkur auf den Eingang, welcher in der Nacht von Aux in die Wand eingelassen war. Neo deutete mit Hilfe einer beruhigenden Handbewegung an, dass sie sich noch ein wenig gedulden sollten, bis er alles erklärt. Die düsteren Augen von Kyon wanderten immer wieder von dem Loch und wieder zu Neo. Er konnte ihn noch nie ausstehen, aber was zur Hölle hat er nun schon wieder gemacht? Vehis Unverständnis hielt sich im Gegensatz zu Kyon jedoch in Grenzen, sie setzte sich einfach geduldig auf den Boden und streichelte sanft über den Rücken ihres Dschinns.
Auch in der anderen Ecke des Tempels ließ sich nun vermuten das die ersten aufwachen, da Silver sich zuerst kräftig streckte, dabei jedoch an Ryo stieß, welcher sich blitzartig aufrichtete, dann jedoch die Situation erkannte und sich nach Neo umschaute. Auf dem Weg zu Neo kam er an Aux vorbei, welchen er mit einem leichten Tritt gegen die Wade zu wecken versuchte.
Aux linkes Auge öffnete sich zuerst, dann lugte er auch mit dem rechten hervor.
„Es geht los.“, erklärte Ryo sich knapp und setzte dann seinen Gang fort. Ihm folgte Silver, als auch diese nun mit einem knappen: „Morgen, Aux.“ An ihm vorbeizog bequemte sich auch das jüngste Glied der Gruppe sich aufzurichten und in die Mitte des Tempels – zu Neo zu schreiten. Die Mittlerweile weit oben stehende Sonne strahlte durch die Kuppel auf die Häupter der Gruppe, welche angespannt wartete, was Neo zu erzählen hatte. Der Blick aller wanderte nun zu Erus, welcher der letzte war, der noch nicht wach war. Das nahm Neo zum Anlass sich vom Sockel inmitten des Raumes abzustoßen und sich mit wenigen Schritten in Richtung des Schlafenden zu begeben.
„Huh, Erus.“ Neo bückte sich um ihn wach zu rütteln, ohne jedoch eine Reaktion zu erhalten. „Erus.“, versuchte er es nun etwas lauter, diesmal mit Erfolg – der junge Mann drehte sich auf die Seite, dann wieder auf den Rücken, schlug die Augen auf und blickte Neo leicht entrüstet an.
„Was?“, entgegnete Erus schon fast zornig, während er sich nun aufrichtete und ein guten halben Kopf größer als Neo war.
„Komm. Wir haben etwas zu klären, du bist der letzte der noch nicht fertig ist, also beeil dich ein wenig und sie zu das du nicht alles vergisst was du gleich hörst, huh?“
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Samstag, 7. August 2010, 12:07

.Six Heavens. || Kapitel 10 (1/2) || Aufbruch ins Ungewisse [2]

„Gut. Wenn alle da sind denke ich … Können wir anfangen, huh?
Zu aller erst: Wir sind hier weil es unter diesem Tempel angeblich ein Portal zum 1.Himmelsreich gibt. Das haben Aux, Ryo und ich heute Nacht untersucht. Daher das Loch da vorne in der Wand.“ Neo deutete kurz auf den Eingang, fuhr aber nach wenigen Sekunden fort:
„Erst wird es da ziemlich dunkel, dann kommt eine Treppe und schließlich eine Art Raum. In diesem Raum befindet sich tatsächlich das Portal zu einem der Himmelsreiche, das es wirklich das 1.Himmelsreich ist, ist nicht bestätigt, davon gehe ich aber aus da es so in der Legende von Calium steht. Punkt zwei wäre also Calium, welches tatsächlich existiert. Es liegt hier, in der Truhe.“
Neo drehte sich um. Er hatte den anderen bis hierher die Sicht auf die Truhe versperrt, gab dieses jedoch nun frei und klopfte ein paarmal auf den Deckel: „Hier drin ist also Calium, was bedeutet das die Legende tatsächlich wahr sein muss. Um es kurz zu fassen: Unter uns befindet sich das Portal zum ersten Himmelsreich, und das Calium liegt hier.
Wir gehen in die Himmelsreiche, und suchen den Schlüssel zu Calium. Und mit diesem erschaffen wir die neue Welt, ohne Halbgötter. Damit wäre zumindest ein Teil der Menschheit gerettet, was haltet ihr davon?“
Sekundenlange Verunsicherung spiegelte sich in der Stille wieder, welche sich nun um die Gruppe legte. Keiner sagte etwas, Neo konnte sich die Kommentare und Meinungen nur erahnen, dann begann Ryo zu lächeln, und wies freundlich auf eine Kleinigkeit hin: „Du hast etwas vergessen, huh? Neo, was ist nochmal mit den Göttern? Werden die uns nicht aufhalten? Schließlich würden sie in einer solchen Welt nicht existieren! Und laut Legende ist der Schlüssel schließlich bei Hroen.“
Neo warf einen scharfen Blick auf Ryo, welcher ihn immer noch triumphierend anlächelte.
„Die Sache mit den Göttern ist etwas kompliziert. Ich denke, wir müssten sie nach und nach töten um dann unbedrängt zu Hroen vorzustoßen. Ihn töten wir dann auch. Die Halbgötter werden dadurch außerdem… wahrscheinlich ihre Kräfte verlieren, und wir können die neue Welt dann… Ja. Eröffnen. Ohne Götter, und mit umso mehr Menschen.“ Sein Blick schweifte über ungläubige, teils enthusiastische, teils finstere Mienen, doch alle hatten mehr oder weniger die gleiche Aussagekraft.
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Samstag, 7. August 2010, 12:08

.Six Heavens. || Kapitel 10 (2/2) || Tagträume [1]

Aux schlug sich als erster auf die Seite seines Bruders. Es folgten Mia, Silver und Kyon. Diese hielten aber wohl eher aus Solidarität zu ihrem Anführer, als wirklich von Neos Plan überzeugt zu sein. Ryo blieb zuerst stehen, machte dann auch zwei Schritte in Richtung Neos Seite, was überblieb war die kleine Gruppe der Neulinge. Vehis, inklusive ihres Dschinns und der etwas eingebildete Erus. Dieser war dann der erste der einige Worte wenn auch leicht stotternd über die Lippen brachte:
„Der Plan ist es also… Nach und nach alle Götter zu töten? Und unser Leben dafür zu riskieren, den allmächtigen Schöpfer dieser Welt zu töten und die Welt zu retten? Und nach einer Legende zu handeln, welche vielleicht gar nicht wahr ist? Es gibt doch wohl kaum noch Menschen außer uns hier! Was wollt ihr dann mit einer neuen Welt? Nur wir paar Leute? Und eine neue Welt? Eine neue Welt, welche mit Hilfe eines Buches geschaffen werden soll, welches vielleicht gar nicht existiert? Ich bitte euch, das ist lächerlich.“ Alle Blicke waren ausnahmslos auf Erus gerichtet. Während sich nun unterbrach, setzte Vehis auf einmal einen Fuß vor den anderen, um sich auf die Hälfte der Mehrzahl zu begeben. Leichtfüßig marschierte auch ihr Dschinn hinterher, während Erus nur ungläubig da stand, und zweifelnd zu den anderen schaute. Neo lächelte kurz, sprach dann: „Ich möchte dir nicht verheimlichen, dass du einen Fehler in deiner Aufzählung hattest, huh. Hättest du nämlich vernünftig zugehört, wüsstest du mittlerweile dass die Chancen gut stehen, dass wenn wir den Gott töten, der für all dies verantwortlich ist auch die Halbgötter wieder zu normalen Menschen werden. Und zum Rest bleibt zu sagen, dass du richtig liegst. Das alles ist wirklich ein riskantes Unternehmen, aber immerhin besser als die letzten Tage auf Erden zu weilen, und zu warten das du von einem der Halbgötter in deine Einzelteile zerteilt wird … Habe ich da deine Zustimmung?“
Nach kurzem Zögern gab auch der letzte Zweifler der Gruppe mit Hilfe eines Nickens zu verstehen, dass er sich auf die Seite der anderen begeben wollte, und tat das auch wenige Sekunden später.
„Ich denke wir sollten uns in Richtung Portal begeben, Freunde.“, lächelte Neo zufrieden und blickte dabei nochmals in die Runde, „Packt eure Sachen, dann brechen wir auf. Ich hab genug von dieser Welt … Fürs erste.“
Es dauerte nicht lange, bis auch die letzten bereit waren die Reise anzutreten. Man hatte das nötigste mitgenommen. Essensvorräte sowie Wasser, obwohl man davon ausgehen konnte, dass es auch irgendwo in den Himmelsreichen Nahrung gab. Die Einheit stieß nun durch die Dunkelheit der Treppe, welche in die Tiefe führte. Aux und Ryo gingen voraus, der letzte der Anordnung war Neo, welcher nochmals einen Blick in Richtung des Lichtes warf, ehe auch er den anderen folgte.
Weiter Unten hatte man nach kurzer Zeit bereits den Raum, in dem das Portal steht, erreicht. Mit Ausnahme von Aux, Ryo und auch Neo zeigten sich alle reichlich überrascht von der starken Leuchtkraft des Kristalls, welcher wenige Meter über dem Brunnen stand, in welchem sich das glasklare Wasser mit der Decke spiegelte. Nach einem Sprung herab in die Tiefe stand man nun mitten in dem Raum, der tatsächlich die Verbindung zu einem der sagenumwobenen Himmelsreiche darstellte. Man wartete einen Moment ab, bis sich jeder der Truppe in greifbarer Nähe des Brunnens befand. Das jüngste Glied der Vereinigung ergriff als erster das Wort:
„Darf ich vorstellen? Das Portal zu einem der Himmelsreiche. Gehen wir einfach mal davon aus das es das Erste ist.“, breit grinsend tauchte Aux seine Hand in den Brunnen. Unter der Wasseroberfläche gab es Luft, doch trotzdem war es dort überaus feucht. Das Portal musste in der Nähe von Wasser liegen, anders konnte der Junge sich die Feuchtigkeit nicht erklären.
„Alle bereit?“, murmelte Neo dann, während er mit den Fingerspitzen über die Oberfläche des Brunnens strich. Ohne auf Reaktionen aus der Gruppe zu warten, manövrierte er sich mit Leichtigkeit über die niedrige Brunnenwand und sprang dann geradewegs durch die spiegelnde Oberfläche hindurch.
Was ihn auf der anderen Seite erwartete, verwirrte ihn zunächst. Er hatte etwas Riesiges, Beeindruckendes erwartet. Neo hatte damit gerechnet, dass das Portal geradewegs in einen gigantischen Tempel führte. Aber das hier, das war lediglich eine feuchte, dunkle Höhle. Nicht das, was er in der Nacht zuvor gesehen hatte. Er wurde von Aux aus den Gedanken gerissen, welcher hinterhergesprungen war, und jetzt gegen Neo rannte, welcher sich immer noch direkt vor dem Portal befand. Die beiden Brüder schauten sich um, Aux Blick fiel dabei auf das Portal, in welches sich ein Riss auftat. Durch diesen Knacks tauchte nun Ryo, Bruchteile einer Sekunde später dann Erus. Es dauerte ein wenig, bis die komplette Gruppe, mit Kyon und Merkur als letztes, durch das Portal gelangt war. Der leicht arrogante Erus schaute sich um, hustete dann einmal und hob seine Stimme: „Ich habe mir das Himmelsreich anders vorgestellt. Nicht so nass und dunkel.“ Sein Blick fiel dabei abwertend auf Neo, welcher mit ihm nun einen giftigen Blick austauschte. Der Halbgott entschloss sich dann letzten Endes dafür ohne Absprache sich einige Schritte von der Gruppe zu entfernen. Er tapste leicht unbeholfen durch die Dunkelheit, nahm dann ein heftiges Rauschen wahr. Er konnte es zunächst nicht genau in Realität oder Einbildung einteilen, doch recht schnell erkannte er, dass das Geräusch von einem Wasserfall stammen musste. Er schaute sich um. Ein Wasserfall würde die Feuchtigkeit die hier herrschte erklären. Des Weiteren, könnte das bedeuten dass dies eine Art Grotte hinter einem Wasserfall ist und der Ausgang somit der reißende Strom von Wassermassen wäre. Aber um ihn herum war nur Dunkelheit, er konnte nichts erkennen was auch nur annähernd an einen Wasserfall erinnern würde. Die Grotte, in der sich die Gruppe befand, war vielmehr eine Art Tunnel, was Neo das suchen enorm erleichterte. Es ging nur geradeaus, bis auf die eine Kurve, welche sich auf einmal vor offenbarte, hinter dieser dann entdeckte er das gesuchte Etwas.
Das Licht, welches Neo entgegenstieß war hell, zu hell für seine Augen. Vor ihm befand sich ein reißender Strom aus Wassermassen. Der Wasserfall, der Ausgang, er stand kurz davor seinen Fuß auf Gebiete des Himmelsreiches zu setzen. Dennoch zog er es vor zu warten, und den Rest der Gruppe über den Fund zu informieren.

Ruhis Finger zuckten. Das Gefühl kehrte langsam, Schritt für Schritt wieder in seine Glieder zurück. Doch was war geschehen? Wie kam er hier her? Oder viel besser – Was war das für ein Ort? Ruhis bewegte seine Beine, er lag auf dem Boden. Um ihn herum – Bäume. Er lag auf dem Boden eines Waldes, gebettet auf Laub und Erde. Seine Augen waren dünne Schlitze, er konnte die Kraft nicht aufwenden, die nötig gewesen wäre die Augen vollständig zu öffnen. Er stützte sich mit den Händen auf dem Boden um sich aufzurichten. Verwirrt fiel sein Blick dabei auf den Boden. Einige Blätter waren in ein blutiges, tiefes Rot getaucht. Seine Finger fuhren über sein Kinn und seine Lippen. Ein getrockneter Strom von Blut lief an seinen Mundwinkeln hinunter. Er wischte sich die vertrockneten Reste, welche wie eine Kruste auf der Haut lagen mit der Hand weg, richtete sich dann endgültig auf. Seine Beine wackelten, er suchte nach Halt, fand diesen nicht, taumelte, und fiel zurück in das weiche Bett aus Laub. Was war geschehen? In seinen Gedanken spielten sich Szenen ab, Szenen wie aus einem Horrorfilm. Schreiende Menschen, Flüsse, riesige Meere in Blutrot getaucht. Immer wieder, wenn die Szene wechselte wurde es Schwarz um Ruhis. Eine Stimme ertönte. Diese Stimme war dumpf, leise. Sie hauchte, unverständliches Wispern, mehr konnte man nicht vernehmen. Ruhis Hände krallten sich an seinem Kopf fest, er wollte weg – weg aus diesem Tagtraum, doch es ging nicht. Er war gefangen, gefangen in einer Erinnerung an die er sich nicht zurück erinnern wollte, und auch nicht konnte. Sein Mund klappte auf, er wollte schreien, doch viel mehr röchelte er. Ruhis spuckte Blut, dieses verteilte sich auf den Erdboden. Dann, kippte er zur Seite weg. Ohnmächtig, ohne die geringste Beherrschung über dein eigenen Körper zu haben.
»Let's Do This!«

- Ghost : Modern Warfare 2 -

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17

Samstag, 7. August 2010, 12:08

.Six Heavens. || Kapitel 10 (2/2) || Tagträume [2]

Die Gruppe war durchnässt, nachdem sie den Wasserfall durchquert hatten. Die Wucht mit der das Wasser auf einen aufprallte war heftig, so stark das selbst Kyon kurzzeitig wegknickte. Der Dämon war körperlich gesehen der mit Abstand stärkste der Gruppe, weitaus stärker als Erus oder Ryo, welche beide einen überaus athletischen Eindruck machten.
Ausnahmslos trieften alle Anhänger der Truppe von Wasser, und hinterließen feuchte Fußspuren im Erdboden des Waldes, durch welchen die Truppe sich nun begab. In etwa hundert Metern Entfernung befand sich eine riesige Mauer, gut 200 Fuß hoch, die Länge hingegen war kaum einzuschätzen. Mia und Silver, welche vorrausgegangen waren stoppten auf einmal ab. Der Boden begann zu zittern, dann fiel der Weg bis zu Mauer vor ihnen wie Staub zusammen. Der Auftritt von dem, was sich nun vor den Augen der Kämpfer aus dem Boden erhob, erinnerte Silver, Mia, Kyon und Ryo nur zu sehr an etwas was sie kurz zuvor erlegt hatten. Aus dem Boden erhob sich ein Riese. Schwerfällig richtete dieser sich zu seiner vollen Größe auf, die ungeheure Kreatur stieß einen schrillen Laut aus, die Schalwelle kam einem Erdbeben gleich, weshalb sich Vehis nicht mehr auf den Füßen halten konnte und kurzer Hand auf den Boden fiel. Die Größe des Riesen war sprichwörtlich riesig, weitaus höher erstreckte sich sein Haupt als irgendetwas was die Versammlung schon mal zu sehen vermocht hatte. Zwei ausdruckslose, große Kulleraugen stachen aus dem insgesamt kleinen Kopf heraus, sein Mund kam dem eines Haies sehr ähnlich, die aneindergereiten Zähne fletschte er zu einer fetten Grimasse, während seine überdimensionalen Hände, zu Fäusten geballt unkontrolliert in der Luft herumwirbelten.
»Let's Do This!«

- Ghost : Modern Warfare 2 -

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