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Flammen im Wald [WarriorCats]

Antworten im Thema: 4 » Der letzte Beitrag (25. April 2011, 13:14) ist von Feuerflügel_88.

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1

Montag, 25. April 2011, 12:19

Flammen im Wald [WarriorCats]

Flammen im Wald
WarriorCats
-
Flammen im Wald

Hierarchie

Alter FlammenClan (Prolog)

(Der alte FlammenClan kommt nur im Prolog vor, deshalb habe ich nicht alle Katzen aufgezählt)

Anführerin: Flammenstern – Rot-orange Kätzin mit schwarzen Tigerstreifen
2. Anführer: Grashalm – Brauner Kater mit weißen Streifen
Krieger: Butterblume – Gelb getupfte Kätzin
Junge: Blitzjunges – Schwarz-weiße Kätzin
Sturmjunges - Schildpattfarbener Kater mit verwischten Flecken

FlammenClan

Anführerin: Meeresstern – Blau-graue Kätzin mit weißen Flecken
2. Anführer: Moosfell – Braun getigerter Kater mit weißem Bauch
Heilerin: Wüstenwind – Kleine, sandfarbene Kätzin mit verstrubbeltem Fell
Krieger: Schattenkralle – Schwarzer Kater mit grauen Tupfen
Donnerschweif – mächtige, gelbbraune Kätzin
Samtpelz – Beiger, langhaariger Kater mit schwarzen Sprenkeln
Seidenfell – Dunkelgrauer Langhaar-Kater
Blättersturm – Beige Kätzin mit hellbraunen Sprenkeln
Nebelzahn – Grauer Kater mit verwischten schwarzen Flecken
Bärenherz – Weißer Kater mit großen braunen Flecken
Minzblatt – Hübsche schildpattfarbene Kätzin
Morgenstreif – Hellgraue Kätzin mit bläulichen Streifen
Königinnen: Goldschimmer – Goldbraune Kätzin mit hellem Bauch
Phönixfeder – Rot-orange, einfarbige Kätzin
Schüler: Rauchpfote – Graue Kätzin mit dunkelgrauen Pfoten und Ohren
Adlerpfote – Weißer Kater mit dunkelbraunem Rücken
Birkenpfote – Hübsche weiße Kätzin mit schwarzen Streifen
Junge: Wirbeljunges – Grauer, verstrubbelter Langhaarkater
Streifenjunges – Schwarze Kätzin mit auffälligen weißen Streifen
Kupferjunges – Kräftiger, schwarzer Kater mit einer rostroten Pfote
Älteste: Fackelschweif – Rotbrauner Kater mit großen, schwarzen Flecken
Sandpelz – Sandfarbene Kätzin mit dunkleren Sprenkeln
HimmelsClan

Anführer: Palmenstern – Beiger Kater mit dunkelbraunen Streifen
2. Anführerin: Strandsturm – Hellbeige Langhaarkätzin mit braunen Pfoten
Heiler: Eiswind – Blaugrauer Kater mit weißen Streifen
Krieger: Blütenfell – Weiße Kätzin mit kleinen Schildpatttupfen
Nadelstreif – Schlanker brauner Kater mit dünnen Streifen
Dornenflügel – Sandfarbene Kätzin mit ungewöhnlichen Tupfen
Schüler: Sonnenpfote – Gelb-orange Kätzin
Mondpfote – Langhaarige schwarze Kätzin


FinsterClan

Anführerin: Morgenstern – Weiß-bläuliche Kätzin mit blaugrauen Streifen
2. Anführerin: Abendflügel – Rötliche Kätzin mit schwarzem Rücken
Heiler: Dunkelkralle – Rotbrauner Kater mit pechschwarzen Pfoten
Krieger: Hasenfuß – Kleiner, braungrauer Kater
Regensturm – Grau-Blau-Gestreifter Kater
Fleckengesicht – Hübsche, schwarz-weiße Kätzin
Schüler: Braunpfote – Rein brauner, langhaariger Kater


EisClan

Anführer: Jagdstern – Brauner Langhaarkater mit großen, weißen Pfoten
2. Anführer: Silberschweif – Silbern gestreifter Kater
Heilerin: Wellenklang – Weiße Kätzin mit breiten, welligen Streifen
Krieger: Fuchsschweif – Rotbrauner Kater mit buschigem Schweif
Glanzfeder – Kätzin mit glänzendem, hellbraunem Fell
Sturmauge –Dunkelbraune Kätzin mit weißen Tupfen
Schüler: Nachtpfote – Schwarzer Kater mit gelbbraunen Flecken
Löwenpfote – Gelbbrauner, kräftiger Kater


Hier noch eine Karte die ich gemacht habe:


Viel Spaß beim lesen! ;)

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Montag, 25. April 2011, 12:21

Prolog

Flammenstern zuckte mit den Schnurrhaaren. Ein seltsamer Geruch drang in ihre Nase. Sie blinzelte. Irgendetwas stimmte nicht, doch Flammenstern kam nicht darauf, was.
Sie sprang auf und trabte zum Eingang ihrer Höhle. Es war tiefste Nacht. Alles war dunkel. Auch hier auf der Lichtung ihres Lagers war nichts zu sehen, doch der seltsame Geruch wurde stärker. Jetzt erkannte Flammenstern auch, was es war: Rauch!
Ein ungutes Gefühl beschlich sie. Mit wenigen Sätzen sprang sie auf den Hochfelsen in der Mitte des Lagers, um einen besseren Überblick zu haben. Was sie dort sah, ließ sie erstarren: Feuer!
Es brannte sich durch den Wald und näherte sich rasend schnell dem Lager des FlammenClans!
Flammenstern musste etwas unternehmen.
„Aufwachen!“, jaulte sie über die Lichtung. „Der Wald brennt!!!“ Sie sprang von dem Felsen und raste in den Kriegerbau. Die meisten waren schon aufgestanden und sahen sich verwirrt um.
„Was ist los?“, wollte Grashalm, Flammensterns zweiter Anführer, wissen.
„Feuer! Es brennt!“, keuchte Flammenstern atemlos. Alarmiert drehte er sich zu den Kriegern um und befahl:
„Sofort alle das Lager verlassen! Lauft zum Baumgeviert! Beeilt euch!!!“
Die Krieger sprangen auf und preschten aus dem Bau.
Flammenstern dachte kurz nach und sagte dann: “Grashalm, sieh du nach den Ältesten. Ich kümmere mich um die Schüler!“
Grashalm nickte und rannte los. Auch Flammenstern verließ den Kriegerbau und rannte quer über die Lichtung.
Das Feuer hatte schon fast das Lager erreicht. Einzelne Bäume am Rand brannten bereits, und Rauch zog in dicken, dunklen Schwaden über die Lichtung.
Flammenstern steckte den Kopf in den Schülerbau, doch es war niemand mehr da. Die Schüler mussten sich selbst in Sicherheit gebracht haben. Flammenstern trat wieder auf die Lichtung. Sie musste jetzt den Clan in ein sicheres Versteck führen.
Plötzlich kam ein schriller, angsterfüllter Schrei von der Kinderstube. Flammenstern stürzte auf sie zu. Butterblume, eine gelb getupfte Königin, sah mit vor Schreck geweiteten Augen auf das brennende Gebüsch. Eins ihrer beiden Jungen versteckte sich ängstlich hinter ihr.
„Sturmjunges…Es ist noch da drin!!!“, miaute Butterblume ängstlich. Flammenstern verstand sofort.
Sie kauerte sich kurz zusammen und sprang mit einem gewaltigen Satz in die lodernde Kinderstube. In dem dichten Rauch sah sie gerade noch die Umrisse eines Jungen. Sie packte es am Nackenfell und sprang blindlings wieder aus dem Bau.
Bei ihrem zweitem Sprung hatte Flammenstern sich allerdings um einiges verschätzt. Sie landete in einem brennenden, dornigen Ast und riss sich die Flanke an einer weiteren Dornenranke auf. Mühsam zog sie sich aus dem Gebüsch und taumelte vorwärts. Sie setzte Sturmjunges ab und bedeutete Butterblume, weiterzugehen.
Flammensterns ehemals hübsches, orange-rotes Fell war nun rußverkrustet.
Sie war so schwach, dass sie es kaum über den Baumstamm am Eingang des Lagers schaffte. Auf der anderen Seite brach sie zusammen.
„Bu…Butterblume… Ihr müsst ohne mich weitergehen. Ich schaffe es nicht…“, krächzte sie.
„Was redest du da?! Du wirst nur ein Leben verlieren und dann zu uns zurückkehren.“, versuchte Butterblume sie zu beruhigen.
„D…Du verstehst nicht… das hier war mein letztes Leben…“
Entsetzt beobachtete Butterblume, wie ihre Anführerin ihren letzten Atemzug tat und für immer zum SternenClan ging.

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Montag, 25. April 2011, 13:12

1. Kapitel

Seidenfell kauerte sich zusammen. Er spannte kurz seine Muskeln an und sprang. Ein Aufblitzen braungrauen Fells, und die Maus, die er fangen wollte, raste davon. Seidenfell setzte ihr hinterher. Nach einigen Metern sprang er erneut, und diesmal brachte er die Maus zu Strecke. Zufrieden betrachtete er seinen Fang. Er hatte seinen Jagdauftrag erledigt. Er nahm die Maus und trottete davon.
Unterwegs zum Lager holte der Krieger die Beute, die er früher gefangen und verscharrt hatte. Er hatte sehr viel gefangen. Meeresstern würde zufrieden sein.
Plötzlich hörte Seidenfell ein verdächtiges Geräusch. Er blieb stehen und spähte in das dichte Unterholz. Da knackste es wieder. Seidenfell legte seine Beute ab und ging einige Schritte weit in die Richtung, in der er das Geräusch gehört hatte.
Es war nichts zu sehen, doch als er weiterging, wehte ihm ein fremder Geruch entgegen. Es war keine Clankatze, aber es roch auch nicht wie ein Hauskätzchen oder ein Einzelläufer. Als er nachdachte, merkte Seidenfell dass es überhaupt nicht wie eine Katze roch.
Vorsichtig schlich der Krieger weiter. Da hörte er ein weiteres, leises Rascheln. Als er zu der Stelle kam, wo das etwas hätte sein müssen, sah er nichts. Doch der merkwürdige Geruch hing immer noch in der Luft. Seidenfell zuckte mit den Schnurrhaaren, ging zurück zu seiner Beute und machte sich auf den Weg ins Lager. Er ahnte nicht, dass er von einem großen, gelben Augenpaar beobachtet wurde.

Wirbeljunges gähnte. Die Sonne schien warm auf sein langes, graues Fell. Er öffnete die Augen einen winzigen Spalt breit und sah das grüne Blätterdach der Kinderstube. Der junge Kater seufzte. Wie lange musste er denn noch hier bleiben? Er wollte endlich Schüler und dann Krieger werden, denn in der Kinderstube war es langweilig.
Manchmal ging Wirbeljunges zu den Ältesten und hörte sich ihre Geschichten an. Neulich zum Beispiel hatte Fackelschweif erzählt, dass alle Katzen, auch die Hauskätzchen, von riesigen, wilden Katzen abstammten. Sie hätten vor Tausenden von Blattwechseln im Wald gelebt. Nach Fackelschweif gab es drei Clans: Den LöwenClan, Den TigerClan und den LeopardenClan. Sie waren alle so groß wie Pferde und hatten ungewöhnliche Fellmuster: Punkte, Streifen und riesige Mähnen. Außerdem hatten sie leuchtende Augen, die wie Feuer glühten und viel schärfer als normale Katzenaugen sehen konnten.
Sandpelz, ein anderer Ältester, hatte eine weitere Legende erzählt: „Vor vielen Monden, als der FlammenClan seinen Anfang genommen hatte, gab es einmal ein großes Feuer im Wald. Auch das Lager des FlammenClan brannte. Ein Junges war in den lodernden Flammen eingeschlossen. Flammenstern, die mutige und tapfere Anführerin des Clans, rettete das Junge aus dem Feuer. Doch leider verlor sie dabei selbst ihr letztes Leben und ging zum SternenClan.“
Wirbeljunges verlor sich in seinen Gedanken. Er schreckte hoch, als er Stimmen von draußen hörte. Er sprang auf, streckte sich und lief aus der Kinderstube. Vor dem Eingang stand Phönixfeder, seine Mutter und unterhielt sich mit Seidenfell.
„Hallo Wirbeljunges!“, sagte Phönixfeder.
„Ich geh dann mal.“, verabschiedete sich Seidenfell. „Und Phönixfeder: Pass ein bisschen auf, ja?“
Phönixfeder nickte und Seidenfell ging.
„Worüber habt ihr euch unterhalten?“, fragte Wirbeljunges neugierig.
„Seidenfell hat im Wald irgendetwas gerochen und er glaubt, es könnte eine Bedrohung für den Clan sein.“
„Was war es denn?“
„Wir wissen es nicht. Jedenfalls sollten wir in nächster Zeit die Augen offen halten.“
Wirbeljunges sah sich im Lager um. Alles war wie sonst.
„Ich geh ein bisschen mit den Schülern spielen!“, rief er und rannte davon.

Abends kehrte Wirbeljunges in die Kinderstube zurück. Er hatte einige Zeit mit Adlerpfote und Birkenpfote gespielt, doch dann mussten sie trainieren und er sah ihnen eine Weile zu.
Als Wirbeljunges in den Bau kam, war seine Mutter schon da. „Höchste Zeit für dich zu schlafen!“, sagte sie. „Wie siehst du denn wieder aus!“
Schnell leckte Phönixfeder ihrem Sohn über den Kopf. Als sie ihn für sauber hielt, legten beide sich schlafen. Phönixfeder schlief schnell ein, doch Wirbeljunges lag noch lange wach.
Er konnte bei dem Gedanken, dass ein fremdes Tier im Wald war, einfach nicht einschlafen. Was es wohl war? Es half alles nichts: Er musste es selbst herausfinden.
Leise stand Wirbeljunges auf und weckte Kupferjunges und Streifenjunges, die Jungen von Goldschimmer.
„Ich will herausfinden, was da im Wald ist. Kommt ihr mit?“, fragte er flüsternd. Kupferjunges nickte. Die drei schlichen sich aus der Kinderstube und traten auf die Lichtung des Lagers. Nichts rührte sich.
„Wir sollten schauen, wo Seidenfell heute langgegangen ist. Dann finden wir bestimmt auch das Tier, das da im Wald ist.“, flüsterte Wirbeljunges den anderen zu.
„Und was wenn es gefährlich ist?“, miaute Streifenjunges ängstlich.
Kupferjunges versuchte sie zu beruhigen: „Dann rennen wir einfach zurück zum Lager.“ Streifenjunges nickte unsicher. Die drei verließen das Lager und gingen in den Wald.
„Hier ist er vorbeigekommen!“, sagte Wirbeljunges aufgeregt. Sie folgten Seidenfells Duftspur durch den Wald. Als sie auf eine Lichtung kamen wehte ihnen plötzlich ein seltsamer Geruch entgegen. Wirbeljunges kauerte sich auf den Boden und kroch weiter. Streifenjunges und Kupferjunges blieben im Gebüsch und schauten mit großen Augen hinterher.
Auf der Mitte der Lichtung lag etwas. Es sah aus wie ein riesiger Haufen aus Fell. Wirbeljunges schlich näher und tippte den Haufen mit der Pfote an. Plötzlich sprang der „Haufen“ auf und wirbelte herum. Wirbeljunges erstarrte. Vor ihm stand eine Katze, größer als jede andere Katze im Wald.
Sie sah aus, als würde sie aus dem TigerClan stammen.

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Montag, 25. April 2011, 13:13

2. Kapitel (Teil 1)

Die Katze hatte orange leuchtendes Fell mit pechschwarzen Streifen. Sie sah genauso aus, wie die Ältesten es in ihren Geschichten beschrieben hatten. Groß wie ein Pferd, mit leuchtenden, wie Feuer glühenden gelben Augen, ragte sie nun bedrohlich vor Wirbeljunges auf. Er duckte sich und legte die Ohren ängstlich an.
Die Riesen-Katze kam näher und tappte um ihn herum. Dabei beäugte sie ihn misstrauisch. „Jetzt wird sie mich fressen!“, dachte Wirbeljunges panisch und kniff die Augen zusammen. Als nach einer Weile nichts passiert war, öffnete er sie vorsichtig wieder.
Die große Katze stand wieder vor ihm. Sie legte den Kopf schief, dann fragte sie: „Wer seid ihr?“ Wirbeljunges kauerte sich nur noch tiefer auf den Boden. Vor Angst brachte er kein Wort heraus.
Das große Katzen-Viech setzte sich hin. „Keine Sorge, ich beiße nicht!“, behauptete sie und lachte – es klang wie ein Monster des Donnerweges. Dabei sah man ihre langen, weißen, spitzen Reißzähne.
Wirbeljunges war keineswegs überzeugt. „Also ich bin Flamme.“, sagte die Riesen-Katze und grinste.
„We-Wa-Was bi-bist d-du?“, fragte Wirbeljunges, als er sich von dem Schock erholt und seine Sprache wiedergefunden hatte.
„Eine Tigerin.“, sagte das Wesen namens Flamme. „Und was bist du? So einen kleinen und grauen Tiger habe ich noch nie gesehen.“
„Ich…äh…Ich b-bin ein Junges de-des Fla-Fla-FlammenClans…“, stammelte Wirbeljunges. Er wusste immer noch nicht was er von dem ganzen hier halten sollte. „Und i-ich bin kein Tiger, sond-d-dern eine Ka-Katze…“
„Das FlammenClans? Was ist das?“, wollte Flamme wissen.
Wirbeljunges beschloss, dass Flamme für ihn keine Gefahr war und stellte die Ohren auf.
„Der FlammenClan ist einer von vier Clans in diesem Wald. Es gibt noch den HimmelsClan, den FinsterClan und den…äh…“
„EisClan.“, sagte eine kalte Stimme hinter Wirbeljunges. Dieser wirbelte herum.
Aus dem Unterholz kam ein kleiner, braun getigerter Kater mit weißem Bauch – Moosfell, der zweite Anführer des FlammenClans. Hinter ihm erschienen Seidenfell, Blättersturm und Rauchpfote. Es war die Abendpatrouille.
„Wirbeljunges, was tust du da?“, fragte Blättersturm streng, doch sie sah eher besorgt aus.
Wirbeljunges sah schuldbewusst zu Boden. „Ich…habe mich mit Flamme unterhalten. Sie ist sehr nett, auch wenn es nicht so aussieht.“, erklärte er.
Jetzt schauten die vier Katzen ihn seltsam an.
„Gehen wir zurück ins Lager.“, sagte Moosfell nach einer Weile und drehte um.
„Aber-Aber…Was…“, stammelte Wirbeljunges. „Kein aber!“, unterbrach ihn Seidenfell. „Deine Mutter macht sich schon Sorgen!“
Wirbeljunges ließ den Kopf hängen und trottete hinter den anderen Katzen her. Beim Verlassen der Lichtung warf er einen verstohlenen Blick über die Schulter. Flamme war nicht mehr da.

Am nächsten Morgen, als Wirbeljunges aufwachte, war er wieder in der Kinderstube. Von draußen hörte er Stimmen: „…sehr lebhafte Fantasie…“ „…sie haben wohl gespielt…“ „…es sollte wohl ein Scherz sein…“
Da erinnerte Wirbeljunges sich an die gestrigen Ereignisse. Ob er sich das wohl eingebildet hatte? Aber dafür erinnerte er sich zu deutlich an das Gespräch mit Flamme, der Tigerin.
„Ich bitte alle Katzen, die alt genug sind um Beute zu machen, sich hier unter dem Hochfelsen zu einer Clanversammlung einzufinden!“, schallte da Meeressterns klare Stimme über die Lichtung. Wirbeljunges legte den Kopf auf die Pfoten. Er durfte nicht zu den Clanversammlungen.
Plötzlich steckte Birkenpfote ihren Kopf in die Kinderstube. Wirbeljunges sah überrascht auf.
„Du sollst auch kommen.“, miaute die gestreifte Kätzin. Wirbeljunges sprang auf und folgte ihr auf die Lichtung.
Meeresstern stand auf dem Felsen und sah auf ihren Clan hinab. Neben ihr saß Moosfell. Die Anführerin sah Wirbeljunges scharf an und erhob die Stimme:
„Wirbeljunges, du warst gestern unerlaubt im Wald und hast zwei andere Junge dazu angestiftet, dir zu folgen. Du weißt, dass das Folgen hat. Als Bestrafung wirst du dich eine Woche um die Ältesten kümmern und ihnen zum Beispiel neues Nestmaterial bringen oder ihnen Frischbeute beschaffen.“
Wirbeljunges senkte den Kopf und schwieg. Er wusste dass er diese Strafe verdient hatte.
„Doch nun zu etwas erfreulicherem.“, begann Meeresstern erneut. Wirbeljunges schaute wieder auf.
„Moosfell und ich sind zu dem Schluss gekommen, dass Wirbeljunges alt genug ist, um ein Schüler zu werden. Von diesem Tag an, bis er sich seinen Namen als Krieger verdient hat, wird dieser Schüler Wirbelpfote heißen.“ Sie wandte sich an Blättersturm. Die junge Kriegerin stellte hoffnungsvoll die Ohren auf.
„Blättersturm, du bist bereit für deinen ersten Schüler. Dein Mentor war Rotpelz. Ich hoffe, dass seine Geschicklichkeit und sein Wissen durch dich an deinen neuen Schüler weitergegeben werden.“
Blättersturm trat bei diesen Worten stolz vor und berührte Wirbelpfotes Nase mit der ihren. Wirbelpfote war furchtbar aufgeregt. Endlich war er ein Schüler!
„Wirbelpfote! Wirbelpfote!“, jubelten die Katzen seinen neuen Namen.
Meeresstern sprang vom Hochfelsen und verschwand in ihrem Bau. Auch die anderen Katzen gingen in ihre Bauten und die Versammlung löste sich auf.

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Montag, 25. April 2011, 13:14

Kapitel 2 (Teil 2)


Wirbelpfote rannte zu seiner neuen Mentorin. „Was machen wir jetzt? Ich bin schon ganz aufgeregt!“, teilte er Blättersturm mit, während er um sie herumhüpfte. Blättersturm lächelte. Sie war genauso aufgeregt wie Wirbelpfote, schließlich war er ihr erster Schüler. „Ich denke, ich zeige dir erst mal die Grenzen unseres Territoriums.“, erklärte sie ihm. „Folge mir!“ Sie preschte durch den Lagereingang und Wirbelpfote folgte ihr so gut es ging.
Als sie eine Weile gelaufen waren, kamen sie zu einem kleinen Bächlein. Blättersturm hielt an und drehte sich zu ihrem neuen Schüler um. „Riechst du das?“, fragte sie ihn. Wirbelpfote nickte. Er roch andere Katzen, aber es war nicht der vertraute Geruch des FlammenClans. „Ich rieche Katzen…“, sagte er nachdenklich. „Ist das der Geruch eines anderen Clans?“
„Ja.“, sagte Blättersturm lächelnd. „Das hier ist die Grenze zum HimmelsClan. Sie verläuft hier am Bach entlang“, sie schnippte mit der Schweifspitze flussaufwärts, „bis zu der großen Tanne. Dort endet unser Territorium.“
Wirbelpfote staunte. „Dort lebt also der HimmelsClan?“
„Ja. Siehst du die Anhöhe da hinter der Grenze? Dort ist irgendwo ihr Lager.“
Wirbelpfote spähte durch die Büsche. „Können wir mal rübergehen? Ich seh nix!“
„Nein!“, meinte Blättersturm halb entsetzt, halb belustigt. „Man darf die Territorien der anderen Clans nicht betreten. Komm, ich zeige dir noch die anderen Grenzen.“
Sie drehte wieder um und Wirbelpfote folgte ihr.
Sie liefen den Bach abwärts und kamen dann an einer Felsformation vorbei.
„Das sind die Silberfelsen. Sie sollen früher mal silbrig geglänzt haben. Frag doch mal die Ältesten danach, sie können dir bestimmt ein paar schöne Geschichten erzählen.“
„Okay…“, meinte Wirbelpfote. „Wow. Die Felsen sind ganz schön hoch…“ Wirbelpfote stand vor den mit Moos bewachsenen Felsen und sah hinauf.
„Jah, von oben hat man eine super Aussicht.“, lachte Blättersturm. „Komm, lass uns mal gucken!“ Sie sprang los und kletterte geschmeidig von einem Felsen zum anderen, bis sie oben angekommen war.
Wirbelpfote war sofort begeistert. „Ich komme!!!“, rief er und kletterte ebenfalls an dem Moos hoch, bis er sich neben seine neue Mentorin setzen konnte. Die Aussicht war in der Tat fabelhaft.
„Schau her.“, begann seine Mentorin wieder. Sie wandte sich nach rechts. „Da vorne ist die Sternensenke. Dort wird einmal im Mond die große Versammlung abgehalten. Wenn der Mond groß und rund ist, treffen sich dort alle Clans in Frieden.“ Sie machte eine kurze Pause. „Dahinter siehst du das Territorium des EisClans. Das Gebiet ist ziemlich kalt, und in der Blattleere liegt dort immer als erstes Schnee.“
„Schnee?“, fragte Wirbelpfote. „Was ist das?“
Blättersturm musste lachen. „Schnee fällt immer in der Blattleere, wenn es kalt ist, und bedeckt die ganze Erde mit weißen Flocken. Du…wirst es schon sehen, wenn es so weit ist.“ Sie sah ihn kurz an, dann fuhr sie mit ihrer Erklärung fort. „Wenn wir in diese Richtung weiterlaufen, kommen wir zur Grenze des FinsterClans. Und wenn wir dann noch weiter laufen würden, kämen wir zu einem Donnerweg. Das ist ein Weg der Zweibeiner.“, erklärte sie, als sie Wirbelpfotes Gesicht sah. „Sie fahren darauf mit ihren Monstern. Da gehen wir heute aber nicht mehr hin. Jenseits des Donnerweges liegt nur noch die Echohöhle, der Ort, an dem die Anführer eines Clans mit dem SternenClan sprechen. Dort erhalten sie auch ihre neun Leben. Und jetzt hab ich einen trockenen Mund vom ganzen Reden. Komm, ich zeige dir noch die FinsterClan-Grenze und dann gehen wir zurück zum Lager.“

Als Blättersturm und Wirbelpfote später zum Lager zurückkamen, war Sonnenhoch schon lang vorbei. Wirbelpfote hatte den Rest des Tages frei bekommen, also nahm er sich etwas Frischbeute und setzte sich in die Nähe des Schülerbaus. Er war müde, so weit war er noch nie gelaufen. Er aß seine Frischbeute, unterhielt sich ein bisschen mit Birkenpfote (die anderen Schüler waren auf Patrouille) und legte sich dann – zum ersten mal im Schülerbau – schlafen.