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So zeichne ich eine Metallvase

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Juno Gemini

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Sunday, January 10th 2010, 3:21pm

So zeichne ich eine Metallvase

Hallo ihr Lieben,

hier noch ein weiteres SbS von 2007, wie man eine Metallvase, bzw. einen Metallgegenstand zeichnen kann. Die Vorlage stelle ich hier lieber nicht rein, weil ich nicht mehr weiß woher die stammt. Man kann sie aber auf dem ersten Foto dennoch sehen.

Das Malen und Zeichnen von metallenen Gegenständen ist eigentlich gar nicht schwer. Daher will ich hier mal erläutern, worauf ich beim Malen von Metall achte und wie so ein Gegenstand auf Papier entsteht.
Zunächst ist es vielleicht wichtig zu wissen, dass der Effekt von gemalten Metall nicht durch das Formen des Gegenstands entsteht, indem man Licht und Schatten an die richtigen Stellen setzt (wie es bei einem opaquen Gegenstand der Fall wäre), sondern, indem man das Muster wiedergibt, welches durch die Spiegelungen entsteht.
Ein glänzend metallenes, silbernes Objekt hat an sich keine Eigenfarbe. Es gibt die Farben seiner Umgebung wieder.
Vielleicht gehen andere Maler anders dabei vor, aber ich selbst schalte das 3-D Denken beim Zeichnen von Metall szs. aus und konzentriere mich auf die platte Fläche und die verschiedenen Muster darauf, die von Schwarz, über diverse Grauwerte, bis hin zu Weiß reichen. Der Metalleffekt ergibt sich von selbst, wenn man das Muster der Spiegelungen einigermaßen authentisch wiedergibt. Wenn man auf weißem Papier zeichnet, eignet sich natürlich das Weiß des Papiers, um die hellsten Stellen darzustellen.
Ich habe beim Zeichnen von Metall und Glas auch festgestellt, dass man nicht 100% alles wiedergeben muss. Manches kann man ruhig weglassen, oder sogar etwas Neues hineinzeichnen, z.B. indem man einen anderen Gegenstand neben das metallene Objekt plaziert und dieses sich darin spiegeln lässt. Auch das ist gar nicht so schwer, wie es im ersten Moment vielleicht erscheinen mag. Man muss hier lediglich die äußere Form des Objektes beachten.

Diese Zeichnung habe ich szs. auf die schnelle gemacht und eine Vorlage mit etwas groberen Spiegelungen ausgesucht, falls jemand Lust hat, es nachzuzeichnen. Der Sektkühler-Pott in meinem Stillleben mit Bleikristall z.B. hat mehr Feinheiten, dauert aber dementsprechend auch etwas länger.
Also, legen wir los. Ich habe zunächst eine Vorlage, die ich mir ausgedruckt habe.
Dies sind die Utensilien, die ich für diese Zeichnung gebraucht habe:
Glatten Zeichenkarton, einen harten Bleistift (6H), einen weichen Bleistift (6B), einen Graphitstift für den Hintergrund (9B), einen rosa Radierstift (rosa=weich, weiß=hart), einen schwarzen Buntstift (hier einen Poly), einen Estompen, Radiergummi, Spitzer.


Als erstes legte ich mit dem harten Bleistift eine grobe Skizze an. Dabei zeichnete ich auch die Linien des Spiegelungsmusters mit. Nicht zu feste aufdrücken, da harte Bleistifte schnell Rillen im Papier hinterlassen, in denen sich nachher der Graphit weicher Bleistifte sammelt.


Dann zeichnete ich die Linien mit dem weichen 6B Bleistift nach, der gut gespitzt war. So hatte ich schon mal klare Konturen. Denn, mit dem harten Stift habe ich ja erst grob skizziert. Das was nun überstand, wurde später wegradiert. Ich zeichnete jetzt erstmal nur mit dem weichen Bleistift weiter.


Die Flächen, die auf der Vorlage ganz dunkel sind, habe ich in 2 Schichten ausgemalt. Die Flächen, die hell sind, habe ich ganz leicht schraffiert, um sie später mit dem Estompen verwischen zu können.


Hier als Beispiel bereits die hellen Flächen verwischt. Beim Verwischen geht´s über die Linien und sieht unsauber aus; macht nix, wird später alles wegradiert.


Und weiter die hellen und dunklen Flächen gezeichnet und schraffiert. Dabei achtete ich auf jeweils helle und dunklere Teile der hellen Flächen.


Die Öffnung der Vase ist nicht ganz so glänzend, wie sie´s von aussen ist. Der Innenraum ist ein wenig matter, daher zeichnete ich hier die dunklen Flächen zu den Rändern etwas weicher aus, ohne harte Begrenzungslinien.
Was du heute denkst, wirst du morgen sein.

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