Hallo liebe Maler und Zeichner,
auf Karinas Anregung hin poste ich hier ein kleines SbS, welches im im Jahr 2007 mal erstellt hatte. Die Umsetzung mit Farbstiften (und allen anderen Medien) ist im Prinzip die gleiche. Es basiert auf den selben Grundlagen.
Spiegelungen auf Holz malen (Öl)
hier zeige ich mal, wie man eine Spiegelung malen kann. So entsteht der Eindruck, dass die Holzoberfläche, auf der das Sujet steht, glänzend poliert ist.
Ich habe mir als Motiv hier ein ganz simples ausgesucht, um es schnell für die Demo umsetzen zu können, also her mit einem Becher. Diesen habe ich mir mal auf einen Spiegel gestellt und erstmal geguckt, wie das ganze mit der Spiegelung eigentlich aussieht.
Daraufhin habe ich mir auf Papier eine Skizze gemacht und dann nochmal eine, mit einem Pastellstift, auf meine Malplatte.
Es ist eigentlich unnötig auf der Malplatte die Spiegelung mitzuzeichnen, aber der Orientierung wegen habe ich sie mit aufgezeichnet. Sie verschwand nachher unter der Holzoberfläche. Für das Holz habe ich einfach 3 verschiedene Braun-Töne auf den Pinsel getupft (nicht vermischt) und diese auf der Malplatte verstrichen. So entstanden die Holzmaserungen. (nicht wundern, dass hier am unteren Rand des Bechers 2 Streifen zu sehen sind, da hab ich nicht richtig hingeguckt und habe rund um die Spiegelung gemalt).
ACHTUNG: Bei Zeichnungen mit Farbstiften muss die Fläche für die Spiegelung ausgespart werden, da diese die Holzoberfläche natürlich nicht so übermalt hätten, wie es bei Ölfarben möglich ist.
Anschließend noch den Becher ausgemalt und erstmal zum Trocknen weggestellt. Nach einigen Tagen, wenn die Holzoberfläche anfühltrocken war, habe ich erneut mit einem Pastellstift leicht die Umrisse der Spiegelung auf die Ölfarbe gezeichnet.
Dann habe ich, in Richtung der Holzmaserung, die Farben des Bechers mit leichter Hand verstrichen. Um nicht über die Kante zu malen, kann man sich prima ein Stück Papier dagegen legen, so entsteht eine saubere Kante. Dabei habe ich die Holzoberfläche stellenweise durchscheinen lassen (durch die leichte Handführung).
Bei einer Farbstiftzeichnung ist es wichtig ebenfalls in Richtung der Holzmaserung zu zeichnen. Zwischen die Farben der Spiegelung eine Maserung des Holzes zeichnen, ggf. eine leichte Schicht Braun unter die Spiegelung legen.
Anschließend habe ich noch die Schlaglichterchen und ein Rosenmuster auf den Becher, sowie auf die Spiegelung gemalt, auf der Spiegelung aber nicht so kräftig, wie oben. Das Holz hat ja keine spiegelglatte Oberfläche daher gibt es Spiegelungen nicht so stark und scharf wieder, wie z.B. Glas.
Und so schaut dann die Spiegelung aus.
Ich hätte sie auch etwas schwächer von den Farben her machen können. Das hängt einfach vom Geschmack ab, wie man´s gerne haben möchte. Je nachdem, ob die Farben der Spiegelung klarer, oder dunkler/farbloser sind, bestimmt man optisch automatisch die Beschaffenheit der Holzoberfläche (das Gehirn vervollständigt sich den Rest von alleine, ist das selbe Prinzip wie bei Dingen, die auf dem Bild zur Hälfte im Schatten liegen und die man nicht sieht, das Gehirn aber sich den Rest dazudenkt). Sehr scharfe, klare Kanten und Farben zeugen von einem sehr glatten Untergrund. Gedämpftere Spiegelungen hingegen auf einen matteren, bzw. in sich gemaserten Untergrund. Am besten einfach mal ausprobieren, indem man diverse Gegenstände auf diverse Oberflächen stellt und beobacht, wie die Spiegelungen aussehen.
Ach ja, wer genau hinschaut wird feststellen, dass die Spiegelung immer parallel nach unten geht, ganz egal, von wo aus man auf den Gegenstand guckt. Die Spiegelung erstreckt sich immer senkrecht nach unten.
