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Bücherhexe71 Weiblich

Schwarzromantische Leseratte

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Fische

1

Freitag, 13. Oktober 2017, 08:38

Der Teufel von New York - Lyndsay Faye

New York, 1845. Frisch in der neu gegründeten Polizeitruppe dabei, läuft dem jungen Timothy Wilde auf der Straße ein kleines Mädchen in die Arme, verstört und in einem blutgetränkten Nachthemd. Sie will ihm nicht erzählen, was passiert ist und Timothy nimmt sie erst einmal mit zu sich. Nach einer großen Explosion in der Stadt hat er selbst alles verloren und wohnt nun in der Pension einer verwitweten Bäckerin.
Dann werden auf einem entlegenen Feld 19 vergrabene Kinderleichen gefunden. In der Stadt kursieren bald die wildesten Gerüchte und die Stimmung ist sowieso schon angeheizt durch immer mehr Einwanderer. Immer wieder gibt es Unruhen zwischen Protestanten und Katholiken.
Aber Timothy ist entschlossen, diesen Fall aufzuklären, da sich anscheinend niemand sonst für das Verbleiben von 19 Kindern interessiert. Und bald schon wird ein weiteres Kind tot aufgefunden.

Ich muss sagen, ich habe ziemlich lange für dieses Buch gebraucht. Gut, es sind rund 670 Seiten (Broschierte Ausgabe), aber die schaffe ich sonst auch schneller.
Zum einen fand ich das Buch aber besonders am Anfang ziemlich zäh, erst nach den ersten 100 Seiten kam etwas mehr Spannung auf. Und auch zwischendurch gab es wieder ein paar Längen. Hinzu kommt, dass ich den Schreibstil nicht wirklich flüssig fand. Ein bisschen anstrengend war für mich die Gaunersprache "Flash", auch wenn das Ganze dadurch wahrscheinlich authentischer werden sollte. Am Ende des Buches werden zwar die wichtigsten Begriffe erklärt, aber das ewige hin und her blättern hemmt natürlich noch zusätzlich den Lesefluss.

Die Charaktere sind sehr gut dargestellt ausgearbeitet, sie sind nicht nur gut oder nur böse, sondern vielschichtig. Timothy war mir gleich sympathisch und so manches Mal tat er mir auch leid zwischendurch. Auch Bird mochte ich und ebenso Mercy Underhill.

Auf jeden Fall merkt man dem Buch an, dass Lyndsay Faye sorgfältig recherchiert hat. Sie lässt das teilweise düstere New York des 19. Jahrhunderts lebendig werden und den Leser teilhaben an der gespannten Atmosphäre. Und auch Sozialkritik schwingt immer ein bisschen mit.

Als Thriller würde ich "Der Teufel von New York" aber nicht bezeichnen, allenfalls ist es ein historischer Krimi oder eben ein historischer Roman. Auf der Taschenbuchausgabe des dtv-Verlages steht auf dem Cover auch Roman, während auf der broschierten Ausgabe Thriller steht.
:prhw_14: Grüße von der Bücherhexe :prhw_4:

Claudia

Anfänger

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Jungfrau

2

Mittwoch, 24. Januar 2018, 16:13

ui, ich hab das Buch auch erst vor ein paar Tagen gelesen und bin voll auf begeistert gewesen. :s4uspbl15: Ich stimme dir zwar zu, dass die ersten 100 Seiten etwas zäh waren, aber es hat einfach dazu gehört. Gerade die Beschreibung, wie es damals im 19. Jahrhundert zugegangen ist, hat die Autorin sehr authentisch rüber gebracht.
Ich hab vor lauter Begeisterung mir jetzt auch den 2. Teil "Die Entführung der Delia Wright" geholt. Aber noch nicht angefangen. Was den Schreib- und Erzählstil angeht, finde ich gerade das Buch absolut top. Ich hab jetzt schon lange kein so gutes Buch mehr gelesen. Da sieht man mal, wie unterschiedlich die "Geschmäcker" und "Wahrnehmungen" sind.
Liebe Grüße
Claudia