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joker664u Themenstarter

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Sonntag, 7. November 2010, 01:33

Visumsantrag wurde abgelehnt - Meine Fragen und (der Versuch von) Antworten

N'Abend zusammen,

ich möchte euch meinen sehr speziellen Fall schildern, verbunden mit gesammelten Erfahrungen in Sachen Visa in Foren gelesen habe:
Ich bin seit drei Jahren mit einer Ukrainerin zusammen. Sie ist mit einem Amerikaner verheiratet, lebt seit mehr als drei Jahren von ihm getrennt (bevor Nachfragen kommen: "Getrennt" als offizieller Status wie "verheiratet" oder "geschieden", hat aber aufgrund seines Grundbesitzes in Spanien seit sieben Jahren problemlos jeweils für ein Jahr gültige Schengenvisa bekommen. Damit war es ihr möglich, in den letzten drei Jahren mit wachsender Dauer bei mir in Deutschland zu wohnen. Aufgrund ihrer Heirat hat sie eine Resident Card sowie eine Greencard, jedoch keine amerikanische Staatsbürgerschaft, da sie sich in den letzten fünf Jahren die meiste Zeit außerhalb der USA aufhielt. Diesmal wollten wir beide keine indirekte Hilfestellung des Ehemanns, um uns weiter sehen zu können. Naiverweise gingen wir davon aus, dass es kein Problem ist, bei der Deutschen Botschaft in Kiew ein neues Schengenvisum zu bekommen.
Was haben wir vorgelegt? Das Übliche: Kopie meines Reisepasses, Nachweis von Telefon- und Mailverbindungen, Buchungen für Flüge und Hotels bei gemeinsamen Reisen, ein Begleitbrief von mir, Verpflichtungserklärung, Haftpflicht, Krankenversicherung. Abgelehnt. Begründung: Grund des Besuchs ist nicht glaubwürdig genug, Rückkehr in die Ukraine ebenfalls zweifelhaft. Unser Problem: Meine Freundin hat keinen Job in der Ukraine, der die Zweifel an einer Rückkehr zumindest mildern würde. Die Remonstration meiner Freundin läuft seit vier Wochen, dazu wieder ein unterstützender Brief von mir, in dem ich darauf verwies, dass meine Freundin in den letzten sieben Jahren immer nach Kiew zurückgekehrt ist, aufgrund der Visa rein theoretisch vielfach Gelegenheit gehabt hätte, illegal zu bleiben und sie zudem aufgrund ihrer Heirat völlig legal in den USA leben und arbeiten könnte. Außerdem haben wir die Bestätigung an der Teilnahme eines Deutschkurses beigelegt, der bis Ende Dezember fröhlich weiterläuft - nur eben gerade ohne sie. Nach zwei sehr freundlichen telefonischen Nachfragen bei der Botschaft (schwer durchzukommen, aber möglich!) wurde mir nur mitgeteilt, dass ich mich gedulden muss, mehr kann ich nicht tun, eine Mail ans Auswärtige Amt vor zwei Wochen brachte keinerlei Rückmeldung!

Nun meine Zusammenfassung von allem, was ich gelesen habe: Es reicht von „Wer bei der Botschaft die Wahrheit sagt und mit offenen Karten spielt, bekommt fast immer ein Visum“ bis „90% aller Visa werden zurzeit abgelehnt“. Die Zwickmühle scheint mir zu sein: Man muss glaubhaft machen, dass man kein Schleuser für potentielle Prostituierte ist und einen privaten (oder geschäftlichen) Kontakt nachweislich belegen. Haben wir gemacht. Verweist man jedoch ZU sehr auf eine innige Beziehung incl. Heiratsabsichten, scheint der Deutsche Staat Angst zu haben, dass der Besuch nicht wieder zurück will. (Hier ist es unerheblich, dass man eine Verpflichtungserklärung unterschrieben hat, in der man die TOTALE finanzielle Verantwortung übernimmt, dem Staat also in keiner Weise Kosten entstehen würden.) Wo ist bei diesem Drahtseilakt dann der Mittelweg? Eine Remonstration hat in Einzelfällen etwas gebracht, meistens jedoch nicht, wenn nicht klar ein Grund für die Rückkehr in die Ukraine geliefert wurde – was in unserem Fall wohl unmöglich(?) ist, außer der Verweis auf enge Familienbande. Das Auswärtige Amt zu kontaktieren bringt (laut Infos) auch mitunter etwas, meistens jedoch nichts als den bedauernden Hinweis, dass nur die Deutsche Botschaft in Kiew entscheidet und man sich nicht einmischt. Noch keine Erfahrungshinweise habe ich gelesen, wie die Botschaft auf (natürlich freundlichen!) Druck reagiert. Bringt es was, jeden Tag anzurufen und nachzuhaken? Und wenn ja, den gewünschten oder den gegenteiligen Effekt? Die einfachste Lösung, einfach zu heiraten, scheint Berichten nach auch nicht einfach zu sein und ein Visum über Polen zu besorgen (die Möglichkeit wurde meiner Freundin angeboten), wurde als problemlos (Schengenvisum gilt ja für alle Schengen-Staaten) bis gefährlich (Haupteinreiseland muss NACHWEISLICH die meiste Zeit besucht worden sein, sonst im schlimmsten Fall Sperre wegen Visumserschleichung bis zu 5 Jahre) eingestuft. Wobei ich mich frage, wer das wo kontrolliert. Aber selbst wenn sie über Polen immer nach Deutschland einreisen könnte... was meint ihr? Verbauen wir uns dann für immer ein Schengenvisum über Deutschland? Ich meine... erst Spanien, dann lehnt Deutschland ab, dann Schengenvisum über Polen... kommt sicher nicht so gut, dann wieder nach Ablauf des Visums bei der Deutschen Botschaft anzuklopfen. Oder? Hat hier jemand Erfahrungen damit?
Uff. Viel geschrieben zur Einleitung. Danke für eure Geduld, wer es bis hier geschafft hat. Ich freue mich über regen Austausch mit Tipps, Widersprüchen, Kommentaren, Ideen…

Herzliche Grüße

Joker

Tommy MännlichJungfrau

Administrator

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2

Sonntag, 7. November 2010, 16:24

Erstmal... Hallo joker 664u :)

Na das ist ja ne ganze Menge Stofff zum lesen ;)

Also wenn die Botschaft ein Besuchsvisum abgelehnt hat, dann muss ich dir leider aus eigener Erfahrung sagen, das dann zu 99% auch keine Remonstration oder ein Rechtsbeistand oder was auch immer hilft.Egal wo sie auch immer ein Visum hatte..
So traurig das ist, aber die einzige Möglichkeit legal an ein Visum überhaupt zu kommen ist eine Heirat.
Und dann auch erst im Rahmen der Familienzusammenführung.

Das ihr schon zusammen gelebt habt ist für diese Leute...warum auch immer...auch nicht von Belang.

Aber hilft nix...ohne Heirat kein Visum..und wenn sie zig Jahre woanders gelebt hat, so interessiert das die Mitarbeiter in Kiew nicht.
Das Problem hatten schon viele...ich auch...uns sind die Besuchsvisen auch 2x abgelehnt worden und ich war bis ganz oben beim Chef der Botschaft.

Geholfen hat das alles nicht... als wir dann aber verheiratet waren, hörten diese Probleme mit einem Schlag auf.

Ich kann dir nur raten, wenn ihr eh heiraten wollt, dann schont eure Nerven und macht erstmal das. Auch wenn es Zeit braucht.

Tut mir leid, wenn ich dir nichts erfreulicheres sagen kann. Sowas nagt...kann ich nachvollziehen...

Vielleicht hilft es ein bischen, wenn ich dir sage, das du damit nicht alleine bist. Wir mussten diesen " Unsinn" alle durchmachen.Vielleicht nicht ganz so, aber in etwa.

Ansonsten, egal was du an Fragen hast...frag.

Kopf hoch...wird schon werden. :gtbier:
Alle Menschen sind klug; die einen vorher, die anderen nachher

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